Art Forum : Erfolge und Entdeckungen

Schön, aufgeräumt, etwas müde – das hörte in den vergangenen Tagen häufiger, wer sich nach Eindrücken vom Art Forum erkundigte. Aber auch viel Lob.

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Rote Punkte gab es einige am Stand der Galerie Bo Bierggaard. Nicht nur an verkauften Bildern, sondern im Werk von Poul Gernes. Seine abstrakte Malerei aus den Sechzigern war ein Blickfang auf dem Art Forum, das bis Sonntag rund 40 000 Besucher zählte. Fragen zum Künstler beantworteten die dänischen Galeristen gern – weil sie gleichzeitig so viele Arbeiten von Markus Lüpertz oder Brigitte Waldach vermittelten, dass sie nun eine positive Bilanz der Messe ziehen. Gefreut hat sich auch Lüttgenmeijer über 7000 Euro für den besten Stand im „Sektor Focus“ der Nachwuchsgalerien. Oder Matthias Arndt, der im Segment der etablierten Galeristen saß und dennoch mit einer jungen Position wie Ralf Ziervogel kam. Erfolgreich, denn die europäischen Sammler auf dem 15. Art Forum schätzen seine Zeichnungen im Großformat. Vor allem aber erwarten sie etwas, das andere Kunstmessen nicht haben: ein Art Forum als Abbild der spezifischen Situation Berlins. Neu, aufregend und noch nicht etabliert am Markt, das sind die Stärken einer Kunst, von der diese Stadt zehrt. Wer sich dagegen für Georg Baselitz interessiert, der kauft eher auf der Art Basel.

Schön, aufgeräumt, etwas müde – das hörte in den vergangenen Tagen häufiger, wer sich nach Eindrücken vom Art Forum erkundigte. Aber auch viel Lob für den „Sektor Focus“, in dem sich besonders viele Entdeckungen machen ließen. Ihn sollte das Art Forum stärken. Die jungen Galerien müssen viel Überzeugungsarbeit leisten und haben kaum Künstler, die sich als Selbstläufer verkaufen. Von einem ausbalancierten Ergebnis wie dem der Galerie Bo Bierggaard können sie bloß träumen.

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