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Science-Fiction-Legende

Stanislaw Lem ist tot

Der polnische Science-Fiction-Schriftsteller Stanislaw Lem ist tot. Der Autor von "Solaris" und "Sterntagebücher" starb am Montag im Alter von 84 Jahren in einer Klinik in Krakau.

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Foto: dpa Warschau/Krakau - Das meldete die polnische Nachrichtenagentur PAP. Lem hat literarisch anspruchsvolle Science-Fiction-Klassiker geschaffen. Seine Bücher handeln oft vom wachsenden Einfluss der Technik auf die geistige Welt. Mit seinen millionenfach verbreiteten, auch ins Deutsche übersetzten Büchern gilt Lem als der erfolgreichste Autor der modernen polnischen Literatur.

Lem zeichnete in seinen häufig düsteren, aber wissenschaftlich fundierten Werken ein mit den Jahren zunehmend pessimistisches Bild der Zukunftswelt, etwa in «Der futurologische Kongreß». Viele deutsche Ausgaben sind im Suhrkamp oder Insel Verlag erschienen. Kritiker hoben hervor, daß es in Lems Büchern auch darum geht, unsere Ethik zu erweitern, weil der Mensch sich durch die technische Entwicklung sukzessive Eigenschaften aneigne, die traditionell Gott zugeschrieben wurden.

Zu Lems bekanntesten Werken gehören «Sterntagebücher» und «Robotermärchen», «Philosophie des Zufalls» und «Die Vergangenheit der Zukunft». In «Solaris» (1961) stoßen Astronauten auf einen fiktiven Planeten, der sich als ein riesiges Lebewesen mit wunderbaren Fähigkeiten entpuppt. Die Bühnenfassung dieses Bestsellers brachte das Ensemble des Aachener «Ludwig-Forums» im Januar 1992 zur Uraufführung.

Der am 12. September 1921 im heute ukrainischen Lviv (Lemberg, Lwow) geborene Lem debütierte 1946 mit «Der Mensch vom Mars» als Schriftsteller. Nach dem Abitur im Jahre 1939 begann er in seiner Heimatstadt ein Medizinstudium, 1941 bis 1944 verdiente er sein Brot als Automechaniker. 1945 übersiedelte er nach Krakau und setzte an der dortigen Jagellonen Universität bis 1948 sein Medizinstudium fort. Wichtiger für seine spätere Arbeit war allerdings die Begegnung mit Mieczyslaw Choynowski, dem Leiter des Krakauer Konservatoriums für Wissenschaftslehre, der Lem ein umfassendes Privatstudium in den Fächern Physik, Biologie, Kosmologie und Philosophie ermöglichte.

Kurze Zeit arbeitete Lem als Arzt und Assistent am Krakauer Konservatorium Naukozncze. Seit Anfang der 50er Jahre arbeitete er als freier Schriftsteller. Schon zuvor hatte er wissenschaftliche Artikel und Science-Fiction-Arbeiten publiziert. Sein erster Science-Fiction-Roman erschien 1946 in einer Romanheftreihe, geriet dann aber völlig in Vergessenheit, bis er 1989 unter dem Titel «Der Mensch vom Mars» neu aufgelegt wurde. Das eigentliche literarische Debüt von Lem «Hospital der Verklärung», vereitelte 1948 die Zensur des polnischen Staates. Wegen der zunehmenden internationalen Bekanntheit konnte Lem später seine Werke ohne größere Probleme international publizieren.

In den letzten Jahren erschienen auf Deutsch «Das Geheimnis des chinesischen Zimmers», «Die Technologiefalle» (Essays), «Riskante Konzepte» und «Die Megabit-Bombe. Essays zum Hyperspace». Im Dezember 2003 wurde das Stück «Der futurologische Kongress» von Lem am Staatsschauspiel Dresden uraufgeführt.

Zu den Auszeichnungen Lems gehören der Große Österreichische Staatspreis für europäische Literatur (1985) und der österreichische Kafka-Literaturpreis (1991). In die Berliner Akademie der Künste wurde er im Jahr 2004 aufgenommen. (tso/dpa)
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