Kultur : Arzneimittel unter Verdacht: Aus Böse wird Gut: Contergan

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Die Nebenwirkungen gaben dem Mittel den Beinamen "Medikament des Schreckens" - Contergan. In den Jahren 1957 bis 1961 löste das Schlaf- und Beruhigungsmittel für Schwangere einen der größten internationalen Pharma-Skandale aus. Denn der Wirkstoff Thalidomid schnürte im Mutterleib die Blutzufuhr für die Gliedmaßen der Feten ab und verursachte schwere Fehlbildungen. Weltweit kamen 12 000 Babys mit verstümmelten Händen, Armen und Beinen zur Welt, allein in Deutschland 2600. Contergan verschwand vom Markt - vorerst. Denn der Wirkstoff gewann neue Aufmerksamkeit, als ihn ein israelischer Arzt bei einer gefährlichen Komplikation der Lepra erfolgreich einsetzte. Thalidomid hemmt offensichtlich auch das Wachstum von Blutgefäßen in Tumoren. Seitdem hat die pharmakologische Forschung über Wirkung und mögliche Einsatzgebiete auch bei Aids oder Krebsleiden erneut begonnen. Mit erstaunlichen Ergebnissen.

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