Kultur : Asien im Blick

Hans-Georg Knopp wird Goethe-Generalsekretär

Christina Tilmann

Das Haus der Kulturen der Welt hat er zuletzt ziemlich nach vorn gebracht, mit Festivals wie „Disorientation“ zum Thema Arabische Welten (2003) oder „Entfernte Nähe“ zum Thema Iran (2004). In diesem Jahr folgen noch Indien und Israel als Themenschwerpunkte: breit angelegte Projekte, organisiert mit Kuratoren und Künstlern aus den jeweiligen Ländern. Dass Kultur ein gewichtiges Wort mitzusprechen habe in politischen Auseinandersetzungen, hat das Berliner Kulturzentrum unter Hans-Georg Knopp immer wieder bewiesen. Es ist auch ein Credo der Arbeit der Goethe-Instiute.

Knopp, seit 1996 Leiter des Hauses der Kulturen der Welt, hat sich mit der programmatischen Ausrichtung für Höheres empfohlen. Nun übernimmt er ab 1. August das Amt des Generalsekretärs des Goethe-Instituts. Der 60-Jährige tritt damit die Nachfolge von Andreas Schlüter an, der nach nur einem Jahr Amtszeit um seine Entlassung gebeten hatte. Auch Schlüters Vorgänger Joachim-Felix Leonhard und Horst Harnischfeger waren nur kurz im Amt.

Die Goethe-Institute, seit jeher mit dem Berliner Haus der Kulturen der Welt eng vernetzt, sind Knopp nicht fremd. Der 1945 in Bernburg Geborene begann nach einem Studium der Theologie, Religionswissenschaften, Indologie, Arabistik, Soziologie und Politologie in Tübingen, Wien, Marburg und Gießen 1974 eine Laufbahn bei Goethe, die ihn unter anderem nach Bombay, Colombo, Jakarta und Singapur führte. Von 1986 bis 1991 arbeitete Knopp in der Zentrale des Goethe-Instituts, von 1991 bis zum Beginn seiner Tätigkeit in Berlin war er Leiter des Goethe-Instituts Chicago.

Beste Voraussetzungen also für den neuen Job. Einem Problem jedoch wird Knopp auch in der Münchner Goethe-Zentrale wieder begegnen: rigiden Sparvorgaben. Das Haus der Kulturen der Welt muss 2005 aus Kostengründen drei beliebte Veranstaltungsreihen aus dem Programm nehmen, darunter Pop d’Europe. Und auch die Goethe-Institute stehen seit einiger Zeit unter erhöhtem Spardruck. Ein Vorteil ist es dagegen, dass Knopp sich in Südostasien gut auskennt. Denn die Umorientierung in Richtung neuer Krisenländer wird in den kommenden Jahren eine der großen Herausforderungen für die Goethe-Institute und ihren neuen Generalsekretär sein.

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