Ateliernotstand : Pilotprojekt für Künstlerateliers am Südstern

Künstler fliegen aus ihren Ateliers. Ist Neubau eine Lösung? Ein Pilotprojekt soll zeigen wie günstige Atelierneubauten in Berlins Innenstadt zu realisieren sind.

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Die Studie "Art City Lab", herausgegeben von raumlabor berlin, stellt Ideen vor, wie Künstler zu Arbeitsräumen in der Stadt kommen.
Die Studie "Art City Lab", herausgegeben von raumlabor berlin, stellt Ideen vor, wie Künstler zu Arbeitsräumen in der Stadt...Foto: Jovis Verlag

50 Künstler müssen Ende April aus einem Atelierhaus am Kreuzberger Erkelenzdamm ausziehen. Jetzt haben sie eine Chance auf neu gebaute Ateliers im Lilienkulturgarten, einem Friedhofsgrundstück am Südstern, an der Grenze zwischen Neukölln und Kreuzberg. Ein Pilotprojekt auf dem Areal solle zeigen, wie kostengünstige Künstlerateliers zu realisieren seien. Das kündigten gestern der Atelierbeauftragte im Kulturwerk des Berufsverbands Bildender Künstler (bbk), Florian Schmidt, Kulturstaatssekretär Tim Renner und der Regierende Bürgermeister Michael Müller im Roten Rathaus an.

Bürgermeister Müller spricht sich für neue Kunsträume aus

Die starke Besetzung sollte deutlich machen: das Projekt ist wichtig, wir ziehen an einem Strang. Im Saal befand sich auch eine große Zahl an Künstlern, die ihre Ateliers verloren haben oder demnächst verlieren. Sie nahmen die Neubaupläne nicht ohne Skepsis entgegen. Noch ist die Fläche, die dem Land Berlin gehört, nicht als Bauland ausgewiesen, sind die Kosten nicht kalkuliert. Geplant ist eine modulare Architektur, die sich an Industriebauten orientiert. Wie das geht, steht in der Studie „Art City Lab“, die die Architekten von raumlabor im Auftrag von Schmidt und Müller erstellt haben.

„Kunst braucht bezahlbare Räume“, betonte der Regierende Bürgermeister und lobte die Kunst als wichtige Säule für eine gute Entwicklung Berlins. Florian Schmidt und Tim Renner stellten dann das Projekt auf dem parkähnlichen Gelände der Lilienthalstraße 7, auf dem sich auch eine der zentralen Kriegsgräberstätten befindet, vor: Der Eigentümer des Atelierhofs am Erkelenzdamm, der den dort ansässigen Künstlern sukzessive gekündigt hat, erklärte sich bereit, 50 000 Euro für die Entwicklung möglicher Bauten bereitzustellen. Die Künstler sollen hier als gemeinnützige Baugenossenschaft auftreten. Um die Projektkosten aufzubringen, bräuchten sie eine Bürgschaft vom Bezirk.

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