Kultur : Auch bei Bertelsmann Zwangsarbeiter

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Der Bertelsmann Verlag hat während der NS-Zeit „indirekt jüdische Zwangsarbeiter“ beschäftigt. Zu diesem Ergebnis kommt die Unabhängige Historische Kommission zur Erforschung der Bertelsmann-Geschichte in der NS-Zeit. In mehreren Druckereien im litauischen Wilna, die für Bertelsmann arbeiteten, seien zwischen 1941 und 1943 Juden aus dem örtlichen Getto eingesetzt worden. In Gütersloh waren einige niederländische „Zivilarbeiter“ beschäftigt. Der Bertelsmann Verlag war nach Erkenntnissen der Experten in der NS-Zeit der größte Buchproduzent für die Wehrmacht. Obwohl sich der damalige Verlagschef Heinrich Mohn der „Bekennenden Kirche“ anschloss, habe der Verlag „keine Distanz gegenüber dem Nationalsozialismus“ gewahrt, urteilen die Historiker, „eher im Gegenteil“. Der damalige Konzernchef Mohn sei der NSDAP zwar nie beigetreten, gehörte aber zu den „Fördernden Mitgliedern der SS“. Der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann AG, Gunter Thielen, räumte Versäumnisse im Umgang mit der Unternehmensgeschichte ein. Er bedauerte, dass „wir mit unserem historischen Erbe nicht sorgfältig umgegangen sind“. dpa

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