Kultur : Auf ins Atelier

Mit Star-Professor Eliasson geht die Udk neue Wege

So viel Anfang war nie: Aus Anlass der Berufung von Olafur Eliasson an die Berliner Universität der Künste präsentierten Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner, UdKPräsident Martin Rennert und Ana Dimke als Dekanin der Fakultät Bildende Kunst am Donnerstag voller Stolz ihren neuen Star-Professor. Der international gefragte dänische Künstler übernimmt ab April 2009 nicht irgendeine Bildhauerklasse, sondern er wird in seinem Atelier im Pfefferberg ein eigenes Institut für 15 ausgewählte Studenten eröffnen. Dort, am externen Hochschulstandort, soll der Nachwuchs „raumbezogene Experimentaltechniken zur Erforschung und Gestaltung von Wirklichkeit“ erarbeiten, betreut von Gastdozenten und Studiomitarbeitern.

Nachdem prominente UdK-Lehrer wie Daniel Richter, Stan Douglas oder Tony Cragg in den letzten Jahren eher dadurch aufgefallen sind, dass sie die Hochschule wegen zu großer bürokratischer Verpflichtungen unter Protest verließen, geht die UdK nun neue Wege: Sie begibt sich ins Studio des umworbenen Kandidaten. Ob sich Eliasson damit auch dem von seinen Vorgängern kritisierten Verwaltungsaufwand entziehen kann, der mit einer Professur verbunden ist, wird das auf fünf Jahre angelegte Projekt zeigen. Für Eliasson als Universalkünstler, der mit Architekten, Neurologen, Ingenieuren und Soziologen in seiner 30-köpfigen Ateliermannschaft zusammenarbeitet, ist die Einrichtung einer eigenen Lehranstalt jedoch nur konsequent.

Senator Zöllner, der aus dem Etat seines Masterplans „Wissen schafft Berlins Zukunft“ von 2009 bis 2011 eine Million Euro als Anschubfinanzierung bereitstellt, verspricht sich vom neuen „Exzellenzträger“ Eliasson Impulse für die Stadt, die UdK eine Erneuerung der künstlerischen Lehre. Die bei der gestrigen Vorstellung anwesenden Studenten zeigten sich eher skeptisch und forderten Unterricht in klassischer Bildhauerei am traditionellen Ort. Doch dafür wurde Eliasson gerade nicht berufen. NK

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