Kultur : Auf juristischem Wege

Wie so oft: Die interessanteste Nachricht blieb ungesagt.Während die Projektgesellschaft European Galleries gestern zum Pressefrühstück aus Anlaß des im Herbst stattfindenden "art forums" lud, war zwar viel von Vernetzung, besserer Information und Zusammenarbeit der Berliner Einrichtungen untereinander die Rede, aber nicht von einem der gegenwärtig bedrängendsten Probleme der Berliner Kunstmesse.Am Tag zuvor hatte sich die Bielefelder Galerie Baumgärte per Gerichtsentscheid als Teilnehmer eingeklagt; die Veröffentlichung des Urteils wird nun für Montag erwartet.

Der Geschäftsführer der European Galleries, Rudolf Kicken, wollte gestern noch keine Stellung beziehen, sondern erst das rechtskräftige Urteil in acht bis zehn Tagen abwarten.Nur so viel ließ er vernehmen: Sollte es der Bielefelder Galerie tatsächlich gelingen, einen Platz auf der Berliner Messe mit juristischen Mitteln durchzukämpfen, "so hätte dies weitreichende Konsequenzen, die über Berlin hinausgehen".So bleibt abzuwarten, wie sich die European Galleries, die zuletzt 139 Galerien aus 23 Ländern als Teilnehmer gemeldet haben, gegen ein solches Eingreifen in die Auswahlbeschlüsse ihrer Jury zur Wehr setzen und ob sie in Berufung gehen werden.Mag die juristische Entscheidung auch einwandfrei sein, für die Profilierung einer Messe, die höchste Ansprüche an ihre Teilnehmer hat, wäre dies katastrophal.Schon die "Art Cologne" hatte mit sich einklagenden Galerien zu kämpfen, die mit Kunstgewerblichem und Werken australischer Aborigines handelten.Womöglich könnten auch hier die Berliner aus alten Kölner Fehlern lernen.

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