Kultur : Auf nach München!

Zur 51. Kunst-Messe und den Munich Highlights

Gloria Ehret

In München ist derzeit ein Vogelparadies der besonderen Art zu bestaunen. Heimische Bachstelze und prächtiger Kakadu – über 70 Meißener Vögel und Vogelpaare aus der Frühzeit der Porzellanmanufaktur sind in einer außergewöhnlichen Sonderschau zu bewundern. Die Kunsthandlung Röbbig hat sie aus Anlass des 300. Geburtstages des Porzellankünstlers Johann Joachim Kändler aus internationalen Privatsammlungen zusammengestellt. Die Ausstellung ist das Glanzlicht der aktuellen Münchner Kunsthandelsaktivitäten – obwohl es hier gar nichts zu kaufen gibt.

Umfangreich sind dagegen die Offerten auf der 51. Kunst-Messe: rund 100 Aussteller bieten feinste Kunst und Antiquitäten von der Antike bis in die Gegenwart. Zu den Spitzenstücken zählt ein zauberhaftes kleines Landschaftsgemälde von Henri Matisse bei Michael Nolte für 1,2 Millionen Euro. Exzeptionelles findet sich auch bei den Möbeln. So kann Peter Mühlbauer mit einem prächtigen Paar römischer Konsoltische von Antonio Landucci aufwarten (580 000 Euro). Zu den um 1770 entstandenen Prunkmöbeln mit Jaspisplatten gibt es ein Vergleichspaar im Quirinale in Rom (bis 29. Oktober).

Parallel zur Messe finden rund um die Briennerstraße die exklusiven Munich Highlights statt, in deren Rahmen auch die Meißner Vögel ausgestellt sind. Obwohl der Zusammenschluss von 22 führenden Kunsthändlern erst zum dritten Mal stattfindet, sah man zur Eröffnung am Donnerstagabend „tout Munich“: Sammler, Museumskuratoren, Kunstliebhaber. Und diese waren nicht nur zum Plaudern gekommen: Thomas Le Claire aus Hamburg verkaufte gleich in der ersten Stunde drei seiner 20 Zeichnungen von Ridinger, dem bekanntesten Tierdarsteller des 18. Jahrhunderts (bis 28. Oktober).

Am 28. Oktober beginnt schließlich noch die sogenannten kleine Münchner Messe, die Kunst & Antiquitäten auf dem Nockherberg, die ihren 75. Geburtstag feiert und ebenfalls einen Besuch wert ist. Also ab nach München – aber mit bequemen Schuhwerk, denn selten wird für Kunstfreunde und -käufer so viel Reizvolles gleichzeitig geboten.

Die Autorin gibt das Kunst- und Antiquitätenmagazin „Weltkunst“ heraus.

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