Kultur : Auf Risiko: die Pläne der Komischen Oper

Wagners „Meistersinger“, Dvoraks „Rusalka“, Richard Strauss’ „Salome“ und Poulencs „Gespräche der Karmelitinnen“: An der Komischen Oper werden 2010/11 große Geschütze aufgefahren. Zwar versprach Intendant Andreas Homoki, der die Saisoneröffnung mit den „Meistersingern“ am 26. September selbst inszenieren wird, viel Leichtigkeit und Transparenz und ein echtes „Ensemblestück“ – einen Kraftakt aber bedeutet die Wagner-Oper für das Haus an der Behrenstraße allemal. Am Pult steht mit dem 29-jährigen Patrick Lange der neue Chefdirigent. Lange löst den Texaner Carl St. Clair ab, der seinen Vertrag aufgrund künstlerischer Differenzen vorzeitig gekündigt hatte.

Mit 66 Prozent Auslastung für die laufende Spielzeit bleibt die Komische Oper hinter den Erwartungen zurück. Er wolle allerdings weiterhin „auf Risiko“ setzen, so Homoki am Dienstag auf der Jahrespressekonferenz. So halte er auch an umstrittenen Regisseuren fest. Bei den „Gesprächen der Karmelitinnen“ wird Calixto Bieito Regie führen, Benedikt von Peter (zuletzt „Fidelio“) wurde für Mozarts „Idomeneo“ verpflichtet, und Sebastian Baumgarten debütiert mit Ralph Benatzkys „Weißem Rössl“ im Operettenfach. Gespielt wird die große Revue-Version der Dreißigerjahre, die Rössl-Wirtin ist Dagmar Manzel (Premiere am 28. November). Homokis designierter Nachfolger Barrie Kosky inszeniert „Rusalka“, Thilo Reinhardt übernimmt „Salome“. Mit einem Auftragswerk („Die Schneekönigin“ von Pierangelo Valtinoni) wird die erfolgreiche Arbeit der Kinderoper fortgesetzt.

Patrick Lange versicherte, er wolle eng mit den Regisseuren am Haus zusammenarbeiten. 61 Abende wird der neue musikalische Chef leiten, darunter auch ein Symphoniekonzert. Mit Kurt Masur, Kirill Petrenko, Markus Poschner und Alessandro De Marchi kehren außerdem prominente Gäste ans Haus zurück. lem.

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