Kultur : Aufbau in Kabul

Trotz Sparzwängen eröffnet das Goethe-Institut neue Standorte

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Kann das GoetheInstitut trotz leerer Kassen noch engagierte Kulturarbeit leisten? Klar, sagt Präsidentin Jutta Limbach: in Kabul zum Beispiel. Erst im September wurde dort nach zwölf Jahren Pause ein Institut wiedereröffnet. „Dort organisieren wir vor allem Workshops mit Theater-, Musik- und Kunstpädagogen“, beschreibt Vize-Generalsekretär Wolfgang Bader die Aufbauarbeit nach dem Bürgerkrieg. Doch neue Engagements sind die Ausnahme für eine Institution, die mit sinkenden Zuschüssen des Auswärtigen Amtes leben muss, wie das Institut auf der Berliner Jahrespressekonferenz mitteilte.

Mit einem Gesamtetat von rund 265 Millionen Euro konnten die Kulturbotschafter 2002 arbeiten. Weitere Schließungen von Instituten sind nicht geplant. In Zukunft sollen in Europa verstärkt Gelder von West nach Ost umgeschichtet werden. „Unsere Schwerpunkte reflektieren die weltpolitische Lage“, sagt Generalsekretär Horst Harnischfeger. Neben Kabul ist Shanghai neuer Goethe-Standort, in Ulan Bator und Pjöngjang entstehen Lesesäle. Sie werden von lokalen Mitarbeitern geführt und sind daher finanziell günstiger als Vollinstitute. Neuer Goethe-Generalsekretär wird ab 2004 Andreas Schlüter, der frühere Geschäftsführer der Bertelsmann-Stiftung. avi

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