Auflösung des Osterrätsels : Hätten Sie’s gewusst?

Menschen, die sich um das Buch verdient gemacht haben, waren in diesem Jahr zu erraten. Welche schlauen Leser uns auf die Schliche gekommen sind und wer gesucht wurde – hier steht es.

Rätselhaftes Ostern...
Rätselhaftes Ostern...Foto: IStock; Fotolia / Montage: Mietke

768 richtige Einsendungen aus Berlin und 186 aus dem Bundesgebiet sowie 8 aus dem Ausland trafen in der Redaktion ein. 209 Einsender hatten leider auch falsche Lösungen eingeschickt.

Insgesamt nahmen 1171 Ratefreunde am Osterrätsel teil.

Edith Jacobsohn (1891 – 1935) war die Gründerin des Kinderbuchverlages Williams & Co., später dann der Cecilie-Dressler-Verlag. Für diesen konnte sie zum Beispiel Erich Kästner als Autor gewinnen, nachdem sie ihn zum Schreiben von Kinderbüchern animiert hatte. Edith Jacobsohn arbeitete auch als Übersetzerin und übertrug etwa „Doktor Dolittle“ und „Pu der Bär“ ins Deutsche. Ihr Mann war Siegfried Jacobsohn, dessen „Weltbühne“ sie dank ihres Vermögens über Wasser halten konnte. 1935 starb sie verarmt im Londoner Exil.

Edith Jacobsohn (rechts)
Edith Jacobsohn (rechts)Foto: Sammlung Flechtmann

Celestino Piatti (1922 – 2007) war gelernter Grafiker, Maler und Buchgestalter. Der Schweizer entwarf mehr als 500 Plakate, viele von ihnen preisgekrönt. Bekannt wurde er aber vor allem durch seine Illustrationen für den Deutschen Taschenbuch Verlag (dtv), dessen Bücher er seit der Verlagsgründung mehr als 30 Jahre lang gestaltete. Sein erstes eigenes Kinderbilderbuch „Eulenglück“ wurde ein Welterfolg, die Eule selbst zu seinem Markenzeichen.

Celestino Piatti
Celestino PiattiFoto: Keystone

Karl Baedeker (1801 – 1859) war Buchhändler und Verleger und begann mit der „Rheinreise von Mainz bis Cöln“ im Jahr 1835 die bis heute erscheinende Reihe von Reiseführern – sein Name wurde fast zum Synonym für dieses Genre. In Großbritannien wird eine Welle von Bombenangriffen der deutschen Luftwaffe auf historische Städte im Jahr 1942 auch als „Baedeker Raids“ bezeichnet.

Karl Baedeker
Karl BaedekerFoto: picture-alliance/dpa

Willy Fleckhaus (1925 – 1983) gab der Bundesrepublik Deutschland ein grafisches Gesicht, schrieb der Tagesspiegel über ihn. Fleckhaus gilt als Deutschlands erster Artdirektor, der Prägendes hinterlassen hat – die Zeitschrift „twen“, das „FAZ-Magazin“ –, und er verpasste der Edition Suhrkamp die stilbildenden Farben des Regenbogens. 1925 geboren, hatte er nie Abitur gemacht oder eine Universität besucht. Als er dann selber Professor wurde, unterrichtete er seine Studenten praxisorientiert. Willy Fleckhaus war ein begnadeter Autodidakt, ein Künstler, der stilbildend war und bis heute ist.

Willy Fleckhaus (links)
Willy Fleckhaus (links)Foto: bpk-images

Grete Ring (1887 –1952) war eine zu ihren Lebzeiten legendäre Kunsthistorikerin und Autorin, eine ausgewiesene Spezialistin für altniederländische Malerei. Nach dem Ersten Weltkrieg trat sie in Paul Cassirers Kunsthandlung ein und wurde zu einer Stütze des Unternehmens. Nach dessen Tod setzte sie bis 1933 seine verlegerische Arbeit fort. Sie musste ihr Haus bei Sacrow verlassen und nach London emigrieren, wo sie ihre Arbeit fortsetzen konnte. Sie starb in Zürich.

Grete Ring
Grete RingFoto: Arnold Büning

Françoise Verny (1928 –2004) war eine französische Verlegerin. Sie verlegte unter anderem die Gruppe der „neuen Philosophen“, die sich in den 1970er Jahren von Jean-Paul Sartre abkehrten. Zu ihnen zählte auch Bernard Henri-Lévy, der unter seinem Kürzel „BHL“ bekannt ist. Zunächst arbeitete sie als Journalistin, unter anderem für das Magazin „L’Express“. Dessen heutiger Chefredakteur Christophe Barbier tritt in der Öffentlichkeit gerne mit einem roten Schal auf. Vernys erstes Verlagshaus, dem sie 18 Jahre die Treue hielt, war der Buchverlag Grasset.

Francoise Verny
Francoise VernyFoto: Pierre Verdy/AFP

Dudley Randall (1914 – 2000) war eigentlich ein Dichter. Als er im Jahr 1965 mit Margaret Walker einen Gedichtband über Malcolm X veröffentlichen wollte, gründete Randall den Verlag Broadside Press, der bis heute Lyrik verlegt. Randall war mit diesem Verlagsprojekt ein wichtiger Akteur der Black Arts Bewegung, dem Gegenstück zur Black Power von Malcolm X.

Dudley Randall
Dudley RandallFoto: University of Michigan

Christoph Plantin (um 1520 – 1589) – oder Christoffel Plantijn – war ein begnadeter Buchdrucker und Verleger, in Saint-Avertin bei Tours geboren, der es bald zu Ruhm und Ehre bringen sollte. Kein geringerer als Peter Paul Rubens hat uns ein Porträt Plantins hinterlassen, der sich 1549 in Antwerpen niederließ und dort 1555 seine eigene Druckerei aufbaute. Plantin war ein Meister seines Fachs. In den spannungsreichen Jahren des Konflikts zwischen dem katholischen Spanien und den niederländischen Generalstaaten herrschte hoher Bedarf an Druckerzeugnissen auf beiden Seiten. Bei ihm trafen sich die Großen seiner Zeit. Eine Weile war er auch Universitätsdrucker in Leiden, aber über Köln kehrte er schließlich nach Antwerpen zurück.

Christoph Plantin
Christoph PlantinFoto: Peter Paul Rubens/Wikipedia

Max Christian Wegner (1893 – 1965) gilt als einer der Erfinder des modernen Taschenbuchs; der von ihm gegründete Albatross-Verlag vertrieb Paperbacks seit 1932. Als junger Mann war er für die Insel-Bücherei zuständig, nach dem Zweiten Weltkrieg – in dem er wegen NS-Kritik im Gefängnis saß – begründete er die Reihe der Fischer-Taschenbücherei. In seinem eigenen Verlag erschien die Hamburger Ausgabe der Werke von Johann Wolfgang von Goethe.

Max Christian Wegner
Max Christian WegnerFoto: Ullstein

Katharina Gerlachin (um 1520 –1591 oder 1592) war eine Nürnberger Druckerin und Verlegerin. Sie übernahm im Jahr 1564 nach dem Tod ihres zweiten Mannes die Leitung der Nürnberger Druckerei Berg & Neuber, zusammen mit ihrem dritten Mann Dietrich Gerlach. Die Druckerwerkstatt, die sie ab 1575 alleine führte, brachte vor allem Notendrucke heraus, aber auch reformatorische Werke, unter anderem von Martin Luther.

Eine Buchdruckpresse von 1520 als Symbol für Katharina Gerlachin – von der sich keine Abbildung finden ließ.
Eine Buchdruckpresse von 1520 als Symbol für Katharina Gerlachin – von der sich keine Abbildung finden ließ.Foto: IMAGO

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