Auflösung des Weihnachtsrätsels 2013 : Zehn Feinschmecker, die Geschichte machten

Das biografische Weihnachtsrätsel 2013 führte ins Reich des Kulinarischen. Gesucht wurden Persönlichkeiten, die im weitesten Sinne mit Lebensmitteln zu tun hatten. Auch diesmal haben viele Leser unsere Verschlüsselungen durchschaut. Von insgesamt 2437 Einsendungen waren 2055 richtig.

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07.03.2014 14:34Der Meister aus der Lombardei: Giuseppe Arcimboldo

Die Fragen zu dem Weihnachtsrätsel können Sie hier nachlesen. Wer richtig geraten hat, finden Sie unter dieser Adresse.

1. Giuseppe Arcimboldo (1526 oder 27–1593), wurde in Mailand geboren. Nach einer Ausbildung in Como und Monza wurde er 1564 Hofmaler von Maximilian II. Als sein Nachfolger Rudolf II. die Residenz 1583 nach Prag verlegte, folgte ihm Arcimboldo, bat aber zwei Jahre später, nach Mailand zurückkehren zu dürfen, was ihm 1587 erlaubt wurde. Dort arbeitete er weiterhin für den Kaiser.

2. Clemens Wilmenrod (1906–1967), unter dem bürgerlichen Namen Carl Clemens Hahn in Wilmenrod (Westerwald) geboren, war ein nur mäßig erfolgreicher Schauspieler. Aus Mangel an Engagements avancierte er 1953 eher zufällig zum ersten deutschen Fernsehkoch. Bis 1964 trat er in 185 Sendungen auf, bevor er schwer erkrankte und sich schließlich das Leben nahm. Er gilt als Erfinder des „Toast Hawaii“.

3. Mary Victoria Curzon (1870–1906) war zeitweilig Vizekönigin von Indien und ließ sich dort vom Taj Mahal beeindrucken. Auf sie geht die Variante „Lady Curzon“ der Schildkrötensuppe (mit Schlagsahne) zurück. Es wird kolportiert, dass die Schlagsahne dazu diente, den Sherry in der Suppe geschmacklich zu verbergen, auf den die eingeladenen Briten bei einem Dinner 1905 trotz der Anwesenheit eines Abstinenzlers keinesfalls verzichten wollten.

4. Barbe-Nicole Clicquot-Ponsardin (1777–1866) war es, die erfolgreich ein Luxusgut ins von Napoleons Kriegen erschöpfte Europa exportierte, die „Witwe Clicquot“, deren Name noch heute die Champagnerflaschen der Firma auf leuchtend gelbem Etikett in alle Welt tragen. Voraussetzung für die Entfaltung ihres Geschäftsgenies war der Tod ihres Mannes 1805 und wohl auch die Tatsache, dass er keine Brüder hatte. Das ein Jahr zuvor in Kraft getretene napoleonische Gesetzbuch, der Code Napoléon, schränkte die Tätigkeiten von Frauen außer Haus drastisch ein.

5. Charles„Charlie“ Trotter (1959–2013), war nicht der erste weltoffene amerikanische Küchenchef, aber der erste, der auf Augenhöhe mit den europäischen Stars kochte und von ihnen als ebenbürtig akzeptiert wurde. In seiner Heimat wurde er populär mit der Kochshow „Kitchen Sessions with Charlie Trotter“, in der er einen improvisatorischen, an der Jazzmusik orientierten Stil propagierte. Im November 2013 starb er im Alter von 54 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls.

Weihnachtsrätsel 2013: Sie galt es zu erraten
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07.03.2014 14:34Der Meister aus der Lombardei: Giuseppe Arcimboldo

6. Mary Mallon (1869–1938), auch „Typhoid Mary“ genannt, war Köchin – und sie war die erste nicht selbst erkrankte Trägerin des Typhus-Erregers. Die Irin arbeitete in New York und löste mehrere Typhus-Epidemien aus. Sie wurde zunächst zwei Jahre lang auf einer New Yorker Insel in Isolation festgehalten und später unter der Auflage, nicht als Köchin zu arbeiten, freigelassen. Sie tat es wieder. Fünf Jahre nach ihrer Freilassung landete Mary wieder auf ihrer Insel, wo sie 23 Jahre später starb.

7. Marie-Antoine (Antonin) Carême (1784–1833) war der berühmteste Koch seiner Zeit. Ein Höhepunkt seiner Karriere war der Wiener Kongress, auf dem er für Frankreichs Außenminister Talleyrand die Essen arrangierte. Er war es, der das System mit vier Grundsoßen etablierte (espagnole, velouté, allemande, béchamel). Zu den Suppen, die er kreierte, gehörte die Potage anglais de poisson à Lady Morgan, eine irische Schriftstellerin. Er schrieb auch Bücher, Hauptwerk ist die fünfbändige „L'Art de la Cuisine Française“.

8. John Montagu, 4. Earl of Sandwich (1718–1792) ist der Namensgeber für die etwas feinere Form des belegten Brotes, die Mitte des 18. Jahrhunderts in England groß in Mode kam. Angeblich ließ Sandwich, der ein leidenschaftlicher Kartenspieler war, sich die handlichen Brote zubereiten, um den Spieltisch zum Essen nicht verlassen zu müssen. Andere Biographen sprechen allerdings vom Schreibtisch. Ein klassisches Sandwich besteht aus zwei Scheiben weißen Brotes, bei Lord Sandwich wohl oft mit Rindfleisch dazwischen.

9. Gioachino Antonio Rossini (1792–1868) schrieb in zwei Jahrzehnten 39 Opern – und verabschiedete sich auf der Höhe seines Ruhmes von der Bühne. Zeit seines Lebens war er ein begeisterter Koch und Gourmet. Zahlreiche Gerichte sind nach ihm benannt, wie Tournedos Rossini, die Rinderfilet mit einer Scheibe gebratener Gänsestopfleber krönen und einer Soße von schwarzen Trüffeln überglänzen. Dass Rossini im Alter Indigestionen und Depressionen plagten, ist kein Wunder.

10. Ada Boni (1891–1973) heißt die Verfasserin jenes Kochbuchs, das in Italien in fast keinem Haushalt fehlt – ähnlich dem deutschen Dr.-Oetker-Kochbuch. Die erste Ausgabe des „Glücksbringers“ (Il talismano della felicità) erschien 1929. Der berühmte Landsmann, den die Römerin Boni für einen Küchen-Scharlatan hielt, war Pellegrino Artusi. Sein Werk „Von der Wissenschaft des Kochens und der Kunst des Genießens“, das in Bonis Geburtsjahr herauskam, gilt als Geburtshelferin der italienischen Nationalküche. (Tsp)

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