Auftakt des "Classic Open Air" in Berlin : Mix it, Baby!

Ein wilder Ritt durch Epochen und Genres bei kühlem Bier und Häppchen: Nicht einmal Helene Fischer fehlt beim ersten Abend des "Classic Open Air" auf dem Gendarmenmarkt.

Lisa-Maria Röhling
Blick auf die Bühne des Classic Open Airs am Gendarmenmarkt
Menschenmassen und Musik: Die "First Night" des "Classic Open Air" war gut besucht.Foto: dpa

In der Menge ist die Bewegung von hunderten Fächern zu sehen, während hinterm Konzerthaus langsam die Sonne unter geht: perfekte sommerliche Bedingungen für die „First Night" von „Classic Open Air“. Neben den zahlenden Besuchern auf dem Gendarmenmarkt haben sich viele Zaungäste hinter den Absperrungen auf Klappstühlen und Picknickdecken niedergelassen, genießen gekühltes Bier und Häppchen. Auch auf den Balkonen rund um den Gendarmenmarkt sitzen überall Menschen. Man hört Sektgläser klingen, die Stimmung ist gelassen.

Das Programm ist ein wilder Ritt durch Epochen und Genres. Den Anfang macht Johann Strauß, weiter geht’s mit Mozart und Prokofjew, alles bekannte Stücke zum fröhlichen Mitsummen. Doch das Filmorchester Babelsberg stolpert unter der Leitung von Robert Reimer mehr schlecht als recht durch die Partituren, zu viele Töne geraten quietschig und kieksig, oft liegen die Geigen sogar ganz daneben.

Feuerwerk zum Sound von "Indiana Jones"

Als es mit den Gesangseinlagen losgeht, kommt dennoch Stimmung auf: Bei Mills’ „Minnie the Moocher“ darf das Publikum laut mitmachen, beim Swingmedley wird mit den Füßen gewippt. Marvin Scott sorgt für Gänsehaut mit Puccinis „Nessun Dorma“, Claudia Roick gibt eine wunderbare Musetta aus „La Bohème“. Und auch Popstar Laith Al-Deen, die Soulsängerin Patricia Meeden und der Pianist Joja Wendt wissen das Publikum zu unterhalten.

Ein Highlight ist Moderator Lars Redlich, ob in jazzigen Duetten oder im schrillen Fummel als „Sweet Transvestite“ aus der „Rocky Horror Show“. Ein Medley aus Mariah Carey, Aretha Franklin und Helene Fischer bringt er unterhaltsam und mit Augenzwinkern auf die Bühne. Da vergisst man fast die falschen Töne, die weiterhin vom Orchester kommen. Am Ende erstrahlt der Gendarmenmarkt im pompösen Feuerwerk, untermalt von John Williams’ „Raiders March“ aus dem Indiana-Jones-Soundtrack. Die Musik verfliegt in der Abendluft – und kaum einer im Publikum mag den Babelsbergern mehr böse sein.

Das Festival läuft noch bis zum 6. Juli, weitere Infos unter: www.classicopenair.de

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