Kultur : Auftakt in Salzburg: Klestil für Mut zum Experiment

Die 79. Salzburger Festspiele sind am gestrigen Sonnabend vom österreichischen Bundespräsidenten Thomas Klestil offiziell eröffnet worden. Er sagte, die Salzburger Festspiele sollten auch in Zukunft "unverwechselbare europäische Spiele sein, die den europäischen Geist atmen und West wie Ost, Nord wie Süd einschließen". Erneuerung, Mut zum Experiment und Innovation seien wichtig, fügte Klestil in Anspielung auf die laufende Diskussion über die Nachfolge des 2001 aus dem Amt scheidenden Intendanten Gerard Mortier hinzu. Klestil sprach auch die Zukunftsangst angesichts des zu Ende gehenden Jahrtausends an. "Der nach wie vor schwelende Konflikt im unruhigen Südosten unseres Kontinents, ethnisches und politisches Krisenpotential, Verarmung der Menschen in Teilen Osteuropas und in Rußland müssen uns sorgenvoll und nachdenklich machen".Die österreichische Schriftstellerin Barbara Frischmuth appellierte in ihrer Eröffnungsrede an das Publikum, sich wieder "den grundsätzlichen Dingen des Lebens zuzuwenden - nämlich Leben, Lieben und Lernen". Sie forderte auch Toleranz in Glaubensfragen und Verständnis für andere Kulturen und Ideologien. "Wenn man immer nur die eigenen Normen in den Rang der Weltgeltung erhebt, nimmt man in Kauf, daß die Welt in vielerlei Welten zerfällt, die wiederum nur ihren eigenen Normen höchste Geltung zu verschaffen suchen".

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