Auktion : Himmel und Erde

Das Berliner Auktionshaus Bassenge versteigert Blätter von Kollwitz und Grafik der Renaissance.

Michaela Nolte

Drei Privatsammlungen höchst unterschiedlicher Ausrichtung flankieren das Programm im Auktionshaus Bassenge sowie bei Jeschke, Hauff, van Vliet. Für Spannung sorgt eine kanadische Sammlung mit bedeutenden Plastiken und Zeichnungen sowie Druckgrafiken von Käthe Kollwitz, der Bassenge eine eigene Abendauktion widmet (31. Mai, 19 Uhr; Vorbesichtigung: Kunsthandel Maaß, Rankestr. 24). Teile der 53 Lose umfassenden Offerte, darunter ein „Studienblatt mit zwei Selbstbildnissen“ der jungen Künstlerin oder die eindrucksvolle Kohlezeichnung „Abschied“ (Schätzpreis je 25 000 Euro), stammen aus der 1967 bei Hauswedell in Hamburg versteigerten Sammlung Schocken, die in Kollwitz’ 100. Geburtsjahr einen Meilenstein der Reputation markierte. Doch schon zuvor hatte der Kanadier mit jüdischen Wurzeln Kollwitz-Bronzen erworben. Für eine frühe Datierung sprechen die exzellenten Gusszustände sowie die enge Freundschaft des 1977 verstorbenen Sammlers zum Sohn der Künstlerin. Hans Kollwitz hatte sich nach dem Tod seiner Mutter für die Verbreitung der bis dahin wenig bekannten und nur in Einzelstücken gefertigten Bronzen eingesetzt. In der Dichte und Qualität bilden die Handzeichnungen und die neun Kleinplastiken, mit einem frühen Guss der „Pietà“ (35 000 Euro) und der überhaupt letzten Skulptur „Zwei wartende Soldatenfrauen“ (15 000 Euro), eine Marktrarität.

Im Bereich der Altmeister versteigert Bassenge am 29. Mai (ab 10 Uhr) Renaissance-Grafiken aus einer kalifornischen Sammlung. Den Grundstock hatte der gebürtige Berliner Herman Engel in den zwanziger Jahren gelegt und die Sammlung mit dem Schwerpunkt Dürer sowie deutschen und niederländischen Kleinmeistern nach seiner Emigration ausgebaut. Hauptwerke vermachte er 2005 dem Los Angeles County Museum of Art. Die Schätzungen in dem knapp 150 Lose zählenden Sonderkatalog bewegen sich zwischen 250 und 7500 Euro.

Seine berufliche Passion inspirierte den deutschen Wissenschaftler, dessen Nasa-Fotografien das Auktionshaus Jeschke, Hauff, van Vliet anbietet. Der Katalog „From the Earth to the Moon“ versammelt über 200 Vintages aus den Jahren 1958 bis 1972. Wenngleich die fotografische Qualität extremen Schwankungen unterliegt, finden sich neben populären Motiven wie der ersten Mondbegehung der Apollo- 11-Mission einige reizvolle Ansichten der Strukturen zwischen Himmel und Erde (200 bis 5000 Euro). Michaela Nolte

Bassenge, Erdener Str. 5A. Vorbesichtigung: Sa 10–18 Uhr, So 12–18 Uhr, Mo/Di 10-19 Uhr / Jeschke, Hauff, van Vliet, Schützenstr. 39. Vorbesichtigung: Sa 11–15 Uhr, Mo/Di 11–19 Uhr. Auktion: 31.5., 18.30 Uhr.

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