Kultur : Ausgekocht

WETTBEWERB „Invisible Waves“

Kerstin Decker

„Invisible Waves“ ist in gewissem Sinne der Parallelfilm zu „El Custodio“: eine Explosion der Langeweile. Der thailändische Regisseur Pen-ek Ratanaruang nennt das „film noir“. Ganz sicher handelt es sich um ein Missverständnis der Farbe. Es war ja schon in „El Custodio“ auffällig, dass es da nie richtig hell wurde, und das in Südamerika. „Invisible Waves“ nun spielt in Macao, in Hongkong und Thailand – überall ist es gleich dunkel. Wahrscheinlich soll die Finsternis die Seelenlage des Helden subtil verdeutlichen. Das ist anfangs etwas schwer zu verstehen. Denn der Held – Kyoji heißt er und ist Koch (Asano Tadanobu) – hat gleich zu Beginn wunderbarsten Sex mit einer sehr schönen Frau, um den ihn ganz sicher fast alle Köche und Nichtköche der Welt beneiden würden. Leider bringt Kyoji, der Koch, diese Frau dann sofort um. Die Frau, wissen wir später, war die Frau vom Restaurantchef, klar, dass der jetzt sauer ist, aber er wollte eben nicht zur Strafe den Koch umbringen, sondern, dass der Koch seine Frau umbringt. Und der macht das.

Man kann ganz sicher einen Film über Vergewaltiger machen, aber über jemanden, der seine Geliebte umbringt, nur auf Zuruf des Chefs? Es müsste jetzt etwas ganz Starkes als Begründung folgen, aber es folgt nur eine Reise durch die Hotelzimmer Südostasiens. Irritierenderweise war die Pressekonferenz zu „Invisible Waves“ fast noch langweiliger als der Film. Aber draußen schien die Sonne. Das kann nur daran liegen, dass bei uns die Köche nicht ihre Freundinnen umbringen, wenn sie so gut sind im Bett wie die Schöne von Macao.

Heute 9.30 und 23.30 Uhr (Urania), 16. 2., 22.30 Uhr (International)

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