Ausser Konkurrenz : Kommt wieder!

Gelungener Nonsens: „The Pink Panther 2“ ist überdrehter Klamauk vom Feinsten.

Panther
Zum Lachen. Mit "The Pink Panther 2" gibt's zum Abschluss der Berlinale noch eine Dosis Totalnonsens. -Foto: Berlinale

Gebt uns ein K, ein L, ein A, ein M, ein A, ein U, ein K! Und jetzt noch mal laut und gemeinsam: We want K-l-a-m-a-u-k!

Einerseits scheint es, als hätte das Festival-Planungsbüro das Flehen des entnervten Publikums geahnt. Nach neun Tagen zähen Wettbewerbs verabreicht es am Ende mit „The Pink Panther 2“ noch einmal eine beschwingt-beschwichtigende Dosis Totalnonsense. Andererseits: Hat die Platzierung dieses Films nicht etwas Genialisches? Bündelt das neue Abenteuer des Katastrophalchaotikers Clouseau nicht noch einmal all die großen Themen dieses Festivals?

Thema 1: Globalisierung. Im Zentrum der, nun ja, Handlung steht ein global operierender Meisterdieb namens „Tornado“, dem mit Steve Martin, Alfred Molina, Jean Reno, Emily Mortimer, Andy Garcia, John Cleese, der Bollywood- Bombshell Aishwarya Rai Bachchan und dem Japaner Yuki Matsuzaki ein weltweit zusammengekauftes Star-Dream- Team hinterherjagt. Thema 2: Zustandsbeschreibungen des Kapitalismus. Wer Inspektor Clouseaus Investigativbemühungen verfolgt, die regelmäßig in weitflächiger Vernichtung von Waren und Gütern enden, fühlt sich an den Ökonomen Joseph Schumpeter erinnert. Dessen Begriff der „schöpferischen Zerstörung“ – als einer der wesentlichen Eigenschaften des Kapitalismus – beschreibt ziemlich genau die ebenso erbärmlichen wie erfolgreichen Operationen Clouseaus. Und auch Thema 3 – die Religion – findet einen Platz in Harald Zwarts Film: In einer aberwitzigen Szene bekommt es der momentan als eher unheilig eingestufte Vater aller Katholiken mit Clouseau zu tun – unter anderem mit erheblichen Folgen für die päpstliche Mitra.

Ansonsten hat sich wenig verändert in den drei Jahren, seit Blake Edwards’ „Rosarote Panther“-Reihe zu neuem Leben erweckt wurde: Der menjoubärtige Inspektor fährt weiter seinen roten Smart und stellt sich dabei immer noch genauso dumm an, wie’s die französische Polizei erlaubt. Seine Sekretärin Nicole macht sich weiter schüchtern an ihn ran. Und Steve Martin ist immer noch nicht Peter Sellers. Der Vorgänger bleibt unerreicht.

Gut, in der Rolle von Clouseaus eitlem Vorgesetzten Dreyfus wurde Kevin Kline durch John Cleese ersetzt. Jeremy Irons, Lily Tomlin und Johnny Halliday haben Gastauftritte. Und neben zahlreichen Slapstick-Szenen zieht der Film dieses Mal seine Komik vor allem aus Attacken auf die political correctness, Blondinen-, Japaner-, Italiener und natürlich Franzosen-Scherzen inklusive.

Das wird auch an den Kinokassen funktionieren. Deshalb versetzt dieser gelungene Nonsense alle „Pink Panther“-Fans in eine freudige Lage – der kommt wieder, keine Frage. Julian Hanich

14. 2, 17.30 Uhr (Urania), 18 und 23 Uhr (jeweils Friedrichstadtpalast)

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