Ausstellung in der Akademie der Künste : Das Labyrinth der Katzen

Auf Konfrontationskurs: Die Akademie der Künste zeigt eine Retrospektive des amerikanischen Performancekünstlers Terry Fox.

Johannes Metternich
Nicht nur Schall und Rauch: die Retrospektive von Terry Fox' Werk in der Akademie der Künste.
Nicht nur Schall und Rauch: die Retrospektive von Terry Fox' Werk in der Akademie der Künste.Foto: Barry Klinger / Estate of Terry Fox, Köln

Eine mögliche Erklärung für das, was der Betrachter gleich sehen wird, nimmt Terry Fox per Videobotschaft schon zu Beginn der Ausstellung vorweg: „Ich habe mit der Malerei begonnen, doch bekam ich kein Feedback für sie.“ So suchte der 1943 in Seattle geborene Künstler ab den späten sechziger Jahren neue, diskursive Ausdrucksformen – und fand sie in der Performance- und Soundkunst, die er bis zu seinem Tod 2008 prägte. Sein Werk zeigt nun die Berliner Akademie der Künste in einer Retrospektive.

Fox suchte mit seinen Performances Konfrontation und Kommunikation mit dem Publikum, damit auch Wege aus der Isolation heraus, die abgeschlossene Kunstwerke für ihn bedeuteten. Und vor Konfrontationen scheute sich Fox wahrlich nicht: 1966 steckt er auf dem Campus der Universität Berkeley als Demonstration gegen die Entlaubungsattacken der Amerikaner im Vietnamkrieg ein Blumenbeet in Brand. Auch sein eigenes Schicksal thematisiert er in einer weiteren Performance, in der er den Todeskampf zweier erstickender Fische nachempfindet, mit denen er über Schnüre verbunden ist. Auch Fox hing einst an Schläuchen zwischen Leben und Tod. Mit 17 erkrankte er an einem bösartigen Lymphtumor, er überlebte nach mehrmonatiger Behandlung nur knapp.

Abseits der Performances gibt die Ausstellung mit Zeichnungen, Skulpturen und Textarrangements einen so breiten Einblick in Fox’ vielfältige Arbeitsprozesse, dass sich der Besucher inmitten der vielfältigen Medien und Formen fast verirrt. Der Künstler hätte es verstanden, hat er sich doch selbst jahrelang mit Labyrinthformen beschäftigt – besonders mit einem Modell aus der Kathedrale in Chartres, das er in einer Soundinstallation so eigenartig wie eindrucksvoll durch „das Schnurren von elf Katzen“ vertont hat. Aller Heterogenität zum Trotz gelingt es der Ausstellung, Fox’ Werk überzeugend einzuordnen.
Akademie der Künste, Standort Hanseatenweg, Bis 10. Januar, Di–So 11–19 Uhr.

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