Ausstellung : Neo Rauch & Co für alle

Raus aus der Schule, rein ins Museum: Die wichtigste deutsche Malerei-Ausstellung des Jahres eröffnet heute in Torgau in der Nähe von Leipzig. Gerechnet wird mit bis zu 60.000 Besuchern.

Berlin - Wer ein Bild von den wichtigsten Vertreter der Leipziger Schule wie Neo Rauch, David Schnell, Martin Eder, Matthias Weischer oder Tim Eitel kaufen will, muss sich auf eine lange Warteliste gefasst machen. Jetzt schafft eine Ausstellung Abhilfe: Kunstinteressierte bekommen ab heute die Gelegenheit, die begehrten Arbeiten in einer umfassenden Ausstellung zu sehen, die erstmals Schüler und Lehrer vereint. Denn die erste Gesamtschau der neuen und alten "Leipziger Schule" in Deutschland, die einen Bogen von 1960 bis heute spannt, wird seit Donnerstag in Torgau gezeigt.

Bis 31.Oktober präsentiert die Kulturstiftung Leipzig auf Schloss Hartenfels 70 Werke von 29 Künstlern. "Diese Künstler der Leipziger Schule zeigten und zeigen einen immer neuen Blick auf die Welt", umschrieb der Wiener Mäzen und Leihgeber Karlheinz Essl die Motivation für diese Ausstellung, die 2006 erstmals in seinem Privatmuseum in Klosterneuburg bei Wien gezeigt wurde. Neben Essl ist das Museum der Bildenden Künste Leipzig Hauptleihgeber der Schau unter dem Titel "Made in Leipzig".

Begehrt in den USA

Der Sammler schätzt die Malerei aus dem Osten schon lange. Ursprünglich habe er vorgehabt, nach dem Zusammenbruch des Ostblocks 1989/90 in der ehemaligen DDR die Kunst des Sozialistischen Realismus zu sammeln, sagte Leihgeber Essl. Nach seiner ersten Begegnung mit jungen Leipziger Künstlern Anfang der 1990er Jahre habe er seinen Plan jedoch verworfen. "Ich hatte plötzlich das Gefühl: Hier ist etwas im Werden und im Entstehen."

Die "Neue Leipziger Schule" gilt heute als eines der wichtigsten Phänome der zeitgenössischen Kunstszene. Im internationalen Kunstbetrieb verdankt der deutsche Kunstbetrieb dieser Schule sein derzeitig hohes Ansehen. Nach Deutschland kam der Boom allerdings erst über den Umweg der USA - nachdem sich dort die Sammler um die neue Malerei rissen, wurde auch hierzulande die Öffentlichkeit auf die neue Richtung aufmerksam. (tso/ddp)

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