Kultur : Ausstellung von Eva Paul und Mona Könen in Potsdamer Galerie

Annette Rubin

Dort wo Berlin ländlich wird und die ersten Ausläufer von Potsdam-Babelsberg zu sehen sind, steht die Galerie Bauscher. In einer geräumiger Villa der zwanziger Jahre präsentiert Galeristin Traudl Bauscher bis zum 27. Oktober 1999 die Doppelausstellung "Mona Könen und Eva Paul. Auftauchen an einem anderen Ort." Beide Künstlerinnen sind keine Newcomer mehr, sondern seit fünfzehn Jahren im Berliner Kunstbetrieb tätig und mit Ausstellungen im In- und Ausland hervorgetreten.

Eva Pauls Gemälde und Collagen lassen viel Raum für Assoziationen. In der Collage "Vor einer Landschaft" - Radierung und Malerei -, liegen gelb, beige, blau und hellblau harmonisch beieinander. Das Gemälde "Die Träumerin" knüpft an den vierteiligen Zyklus "Träumerkopf" an. Aus den Bildern spricht das Credo der Künstlerin: innen und außen gehen ineinander über. Reales und Irreales werden gleichwertig. Das Gemälde "Fundstück zwischen den Welten" zeigt eine surreale Landschaft: Unter einer Schirmakazie ergießt sich ein Wasserfall, lichtgraue Streifen scheinen wie Pfeiler. Die Szene führt den Betrachter in die Weite.

Mona Könen rückt die Realität auch von sich ab. Die Collage "Verwunschene Welten" zieht den Betrachter in einen Farbraum aus beige, braun, grün und gold. Die Objektreihe "Fundstücke Berlin" stellt Bruchstücke menschlichen Lebens vor. Diese Relikte eines gerade noch erkennbaren einstigen Lebenszusammenhanges sind auf etwa handgroße rechteckige Holztafeln appliziert. Auf jedem Täfelchen ist ein Fundstück festgehalten: eine Murmel, ein Stück Schaumstoff, Gitarrensaiten, ein großer Nagel . . . Verrostet, verbogen, verfärbt sind diese Objekte mit einem neuen Unter- oder Hintergrund versehen worden. Sie sind einzeln oder als Tableaus aus zehn, fünfzehn oder zwanzig Täfelchen komponiert. Eines der "Fundstücke" ist schon vom Berliner Straßenpflaster in das Foyer eines Hauses am Pariser Platz gewandert.Die Ausstellung "Mona Könen und Eva Paul. Auftauchen an einem anderen Ort." läuft noch bis zum 27. Oktober in der Potsdamer Galerie Bauscher, Rosa-Luxemburg-Straße 40, 14482 Potsdam-Babelsberg.

Die Galerie ist montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, am Samstag und Sonntag nach telefonischer Vereinbarung, Tel. 0331/71

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben