Ausstellungen : Museum Bonn verliert frühere Sammlung Grothe

Das Kunstmuseum Bonn wird künftig auf die rund 400 Werke der Sammlung Grothe verzichten müssen. Sie gehörten seit 30 Jahren zum Bestand des Hauses.

Bonn - Bei den Verhandlungen mit dem Darmstädter Ehepaar Ströher, das die Sammlung Mitte 2005 nach Experteneinschätzung für 50 Millionen Euro erworben hatte, ist keine Einigung erzielt worden. "Die Chemie stimmte nicht", sagte Museumsdirektor Dieter Ronte. Das Misstrauen der Ströhers sei zu groß gewesen. "Das engte so stark ein, dass es besser war, auf die Sammlung zu verzichten", sagte Ronte. So ein Misstrauen übertrage sich. Aber natürlich sei es bedauerlich.

Seit 30 Jahren gehörte die private Leihgabe des Bauunternehmers Hans Grothe zum Bestand des Bonner Hauses. Sie enthält ganze Werkgruppen etwa von Georg Baselitz, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Markus Lüpertz oder Anselm Kiefer. Aus der Sammlung ist im Bonner Kunstmuseum jetzt nichts mehr zu sehen. Nach dem Abschluss der Guggenheim-Ausstellung, die in der Bundeskunsthalle und in Räumen des Kunstmuseums gezeigt worden war, sind die Bilder des Hauses jetzt neu gehängt worden. Ronte wies darauf hin, dass sein Haus über viele frühe Polkes verfüge und es weiter einen Raum für Richter geben werde.

Beim Kauf der Sammlung im Juli 2005 hatte es geheißen, das Sammlerpaar Ströher trete in alle vertraglichen Rechte und Pflichten ein, die zwischen dem Sammler Grothe und dem Museum der Stadt Bonn bis 2025 ausgehandelt worden seien. Danach hätten die Bilder bis mindestens 2025 in Bonn gezeigt werden können. Auch eine Vereinbarung mit der Stadt Duisburg, wo sich weitere rund 300 Werke der Sammlung befinden, sollte fortgesetzt werden. (tso/dpa)

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