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Nizza

Größtes Côte-d'Azur- Freiluftmuseum eröffnet

Nizza besitzt nach Paris die meisten Museen Frankreichs. Nun zählt die Stadt am Mittelmeer offiziell eine Sehenswürdigkeit mehr: das größte Freiluftmuseum an der Côte d'Azur, dessen Werke vor allem mit Einbruch der Dunkelheit zur Geltung kommen.
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Höhepunkt des Freiluftmuseums sind die sieben riesigen Buddha-ähnlichen Figuren, die auf rund neun Meter hohen Eisenstangen thronen. - Foto: dpa
Nizza -  Auf 8,7 Kilometern säumen Lichtinstallationen und bis zu zwölf Meter hohe Skulpturen von 15 internationalen Künstlern die neue Tramway, die durch Nizzas Zentrum fährt. "Tramway-Kunst" im Wert von mehr als 3 Millionen Euro, die von Künstlern wie Sarkis, Michaël Craig Martin, Gunda Förster oder Jaume Plensa geschaffen wurde.

"Das ist nur der Anfang"

"Das ist nur der Anfang einer bedeutenden Sammlung und eines umfangreichen Freiluftmuseums", sagte Olivier-Henri Sambucchi, Direktor für kulturelle Entwicklung der Agglomeration Nizza. Nizza, auch die Königin der Riviera genannt, will bis 2013 ein 35 Kilometer großes Tramwaynetz bauen. Die neue Linie T1 führt den Besucher unter dem Titel "Kunst in der Stadt" quer durch die von barocken Bauten geprägte Mittelmeerstadt.

Nizza knüpft damit an eine seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bestehende Tradition an. "Meer und Sonne haben die größten Artisten der Welt angezogen. Dieses Erbe wollen wir fortsetzen", sagte Sambucchi. Und so spielen auch die 15 zeitgenössischen Künstler mit den Elementen Wasser und Licht. Die meisten der rund 25 Werke entfalten ihre Ausdruckskraft deshalb mit Hilfe von Licht - blauem Licht.

"Ich habe in Nizza zum ersten Mal seit langem wieder mit Farbe gearbeitet. Das hat sich hier ganz automatisch ergeben", sagte die deutsche Künstlerin Gunda Förster. Ihr Werk ist unter der Brücke Thiers zu sehen und besteht aus unzähligen, blau leuchtenden Lichtstäben, die entlang der Decke verlaufen und den Übergang von der Avenue Malausséna in eine Hommage an das Blau von Yves Klein verwandeln.

Paris als Pionier

Höhepunkt sind jedoch die sieben riesigen Buddha-ähnlichen Glas- und Harzfiguren, die auf rund neun Meter hohen Eisenstangen thronen. Sie ragen rechts und links auf dem Platz Masséna in die Höhe, dem bedeutendsten Platz von Nizza, der mit neu-klassischen und arkadischen Gebäuden umgeben ist. Vor allem abends bieten sie ein herrliches Farbenspiel, denn sie leuchten abwechselnd in Blau, Rot, Gelb und Grün. Dem in Barcelona lebenden Künstler, der zu den herausragenden Protagonisten der jüngeren Bildhauergeneration gehört, ist bis zum 27. April im Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Nizza eine Ausstellung gewidmet.

Pionier dieser Tramway-Kunst war jedoch Paris. Die im Jahr 2006 eröffnete Pariser Tram wird auf 7,8 Kilometern von neun Werken gesäumt. "Paris hat zwar etwas mehr als vier Millionen Euro ausgegeben, aber unser Freiluftmuseum ist umfangreicher", erklärte der Bürgermeister von Nizza, Jacques Peyrat. Im Vergleich zu Paris liegen die Werke in Nizza in unmittelbarer Nähe zur Tram wie die verspielte Bank aus Hunderten von Aluminiumringen und Glasperlen von Jean-Michel Othoniel oder die riesigen Straßenlaternen von Pascal Pinaud und Stéphane Magnin - Assemblagen von Modellen aus verschiedensten Epochen.

Man kann den Parcours "Kunst in der Stadt" alleine oder mit einem Führer machen, der an jeder Haltestelle aussteigt und die Kunstwerke kommentiert. Im letzteren Fall dauert die Fahrt mit der Tram zwei Stunden und kostet sechs Euro. Im Alleingang dauert die Reise durch das Museum unter freiem Himmel rund 30 Minuten und kostet 1,30 Euro.
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