Art Basel : Amerikanische Käufer trotz Finanzkrise

Im Zeichen eines boomenden Kunstmarktes hat die "Art Basel" am Mittwoch ihre Pforten geöffnet. Unter die gut betuchten Käufer aus Amerika oder Russland mischen sich auch Hollywood-Stars wie Brad Pitt und - so hofft man - der Milliardär Roman Abramowitsch.

Sabine Glaubitz[dpa]
Brad Pitt
Brad Pitt. -Foto: dpa

BaselWeder die Immobilienkrise noch der schwache Dollar können amerikanische Sammler und Kunstliebhaber beeindrucken. Sie sorgen trotz derartiger Widrigkeiten für gute Geschäfte auf der "Art Basel". "Wir hatten einen Moment befürchtet, die Amerikaner könnten wegbleiben“, sagte Marc Spiegler, einer der Co-Direktoren der weltweit größten Messe für Gegenwartskunst, die am Mittwoch eröffnet wurde. Die Kunden aus den USA zählen auf der "Art", wo Geschäfte in Millionenhöhe abgeschlossen werden, zu den wichtigsten Kunden. Und auch dieses Jahr ist in den Gängen der riesigen Baseler Messehallen am Eröffnungstag viel Amerikanisch zu hören - ein gutes Zeichen, denn in der Regel finden bedeutende Käufe in den ersten Messetagen statt.

Unter der Prominenz aus den USA war diesmal auch der Hollywoodschauspieler Brad Pitt. "Seit man weiß, dass er da ist, läuft mein Telefon heiß", sagte Peter Vetsch, Kommunikationsmanager der Messe. Stars, Vernissagen in Fünf-Sterne-Hotels und Events gehören zu jeder Kunstmesse. In Basel jedoch hält sich der "Kunstzirkus" im Vergleich zur amerikanischen Messe "Art Basel Miami Beach“ in Grenzen. "Das Publikum geht in Basel mit mehr Ernst zur Sache", erklärt Amanda Coulson, Direktorin der Volta-Show, einer 2005 gegründeten Baseler Nebenmesse.

Zahlungsfreudiges Publikum

Die 39. "Art Basel" scheint für viele der 300 Galeristen lukrativ zu werden. Gleich zu Beginn der Eröffnung schoben sich Massen von Kennern und Käufern durch die Gänge und erste Geschäfte wurden abgeschlossen. "Die Messe läuft gut an. Vielleicht nicht ganz so heftig wie im Vorjahr. Mir ist ein reges und beständiges Interesse lieber", sagte der deutsche Galerist Thomas Riegger.

Einige Galeristen hoffen auf das Erscheinen des Milliardärs Roman Abramowitsch. Der in London lebende Russe hatte Ende Mai für knapp 120 Millionen Dollar einen Francis Bacon und einen Lucian Freud ersteigert. "Ich bin überzeugt davon, dass Käufer aus Russland bei der Messe kräftig mitspielen werden", sagte Ivan Wirth von der Galerie Hauser & Wirth.

Qualitativ hochwertige Kunst

Doch die Kunstmesse zieht nicht nur gute Kunden, sondern auch gute Kunst an. Das Aufgebot an Klassikern der Moderne ist beachtlich. Allein 31 Galerien bieten Arbeiten von Andy Warhol an, 26 Galerien Werke von Pablo Picasso und 13 Galerien warten mit Max Ernst auf. Qualität findet sich auch bei der zeitgenössischer Kunst. Viele deutsche Galerien präsentieren anspruchsvolle Arbeiten junger aufsteigender Künstler. So stellt der Galerist Thomas Schulte aus Berlin Jonathan Lasker aus. Und von Jonathan Monk, der derzeit im Museum für moderne Kunst der Stadt Paris gezeigt wird, hängen zwei Ölgemälde bei Meyer/Riegger.

"Wir versuchen bei der Auswahl der Galerien die Balance zwischen Tradition und Neuerung zu wahren", sagte Victor Gisler, Galerist und Mitglied im Komitee der "Art". Das ist offenbar das Erfolgsrezept, dem die Baseler Schau nicht zuletzt ihre Spitzenposition im hartumkämpften Markt der Kunstmessen verdankt.

Zu sehen gibt es Kunst in allen Facetten: Nachwuchsgalerien stellen sich bei der "Art Premier" vor, für Großformatiges und Einmaliges gibt es die "Art Unlimited", junge Künstler werden in der Sektion "Art Statement" vorgestellt. Hier werden Nachwuchskünstlern Einzelausstellungen gewidmet. Unter den 31 ausgewählten Künstlern leben und arbeiten neun in Berlin.

Asiatische Kunst im Kommen

Insgesamt stellen auf der 39. Ausgabe der "Art Basel" Deutschland und die USA mit 49 und 72 Galerien das Gros der Aussteller. Der Rest verteilt sich auf mehr als 25 Länder, wobei die Zahl der Galerien aus Asien und Lateinamerika steigt. Die Messe hält an ihrer Politik der Qualität fest. Das trifft sowohl für die oberen Preisklassen als auch für die Kunst im mittleren und unteren Preissegment zu. Gisler fasst das so zusammen: "Die Zeichen stehen auf Kontinuität." Das trifft wohl auch auf die zahlungskräftigen Käufer zu.

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