Ausstellung : Die Grace-Kelly-Jahre

Zum 25. Todestag von Grace Kelly hat Albert II. von Monaco die Archive des Fürstenpalastes für eine Hommage an seine Mutter geöffnet.

Sabine Glaubitz[dpa]
Grace Kelly
Die Ausstellung in Monaco. -Foto: AFP

MonacoZum 25. Todestag von Grace Kelly hat Albert II. von Monaco die Archive des Fürstenpalastes für eine Hommage an seine Mutter geöffnet: Erstmals sind jetzt mehr als 2.000 persönliche Gegenstände und Dokumente, Filmausschnitte, Briefe und Videos der amerikanischen Schauspielerin und monegassischen Fürstin öffentlich zu sehen. 300 geladene Gäste waren bei der Eröffnung der Schau "Die Grace-Kelly-Jahre. Fürstin von Monaco" dabei - darunter Prominente wie Hollywood-Schauspieler Jack Nicholson und Fürst Alberts regelmäßige Begleiterin, die südafrikanische Schwimmerin Charlène Wittstock (29). Der feierlichen Eröffnung im Grimaldi Forum, das direkt am Meer liegt, folgte ein Diner auf der riesigen Terrasse des Casinos, bei dem die blonde Profi-Schwimmerin im schwarzen, schlichten Abendkleid neben Albert saß.

"Albert wollte als Hommage an seine Mutter diese Ausstellung. Er hat die Archive frei gegeben und mir völlig freie Hand gelassen", sagte der Kurator Frédéric Mitterrand, der für seine Dokumentarfilme und Biografien über Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts bekannt ist. Und so gibt die Ausstellung einen sehr persönlichen Einblick in das Leben der Fürstin Gracia Patricia, aber auch in das der Schauspielerin Grace Kelly, die am 14. September 1982 an den Folgen eines Autounfalls gestorben war.

Vertrauliche Videos

Grace Kellys Leben gleicht einem Film - und genau so ist die Ausstellung konzipiert. Der Besucher taucht in eine märchenhafte Welt aus Glamour und Luxus ein, die ihn von Hollywood bis in die Privaträume des Fürstenpalasts an der Côte d'Azur führt. Denn neben Ausschnitten und Kulissen aus ihren bekanntesten Filmen wie "Das Fenster zum Hof" (1954, mit James Stewart), "Bei Anruf Mord" (1954, mit Ray Milland) und "Über den Dächern von Nizza" (1955, mit Cary Grant) sind auch ganz vertrauliche Videos zu sehen, die die Fürstin selber gedreht hat und ihre Kinder Caroline, Albert und Stéphanie beim Spielen zeigen oder beim Skifahren.

Der erste Teil der Ausstellung, die sich auf 4.000 Quadratmeter erstreckt, erzählt mit viel Fantasie und gelungenem Dekor die kometenhafte Hollywood-Laufbahn der am 12. November 1929 in Philadelphia geborenen Tochter eines reichen Fabrikanten. Eine riesige Spielzeugeisenbahn symbolisiert die zahlreichen Orte in der Welt - Europa, Afrika, Südafrika -, an denen Grace Kelly gedreht hat. In nur mehr als fünf Jahren hat sie in 11 Kinofilmen gespielt und in rund 60 Fernsehfilmen mitgewirkt.

Märchenhochzeit mit Rainier III.

  Eine ihrer Reisen führte sie nach Monaco, wo sie am 19. April 1956 in der Kathedrale Saint-Nicolas dem Fürsten Rainier III. das Ja-Wort gab. Eine Märchenhochzeit, der in der Ausstellung eine Art Spiegelsaal gewidmet ist, in dem der schwarze Rolls Royce, mit dem das Paar die Kirche verließ, ihr Hochzeitskleid und Fotos der Vermählung den Glanz und die Feierlichkeit dieses Moments wiedergeben.

Grace Kelly
In der Grace-Kelly-Ausstellung. -Foto: AFP

"Es wäre schade, wenn die Kinder von der Zeit vor der Schule keine Erinnerungen hätten. Sie brauchen vor allem die Liebe und die Aufmerksamkeit ihrer Mutter", sagte die Fürstin einst, die sich um die Erziehung von Albert, Caroline und Stéphanie persönlich kümmerte. Sie brachte sie zur Schule, ging mit ihnen einkaufen und tollte ausgelassen mit ihnen herum. Die Videos von Albert und Caroline im Badeanzug beim Frisbee spielen im Garten des Palasts hat sie mit einer kleinen Amateurkamera gedreht. "Sie hat das Filmen sicherlich aus Nostalgie angefangen. Sie liebte ihren Beruf, hat jedoch dem Familienleben den Vorrang gegeben", erklärte der Kurator.

Viele Stereotypen

Interessant ist, dass sie am Ende ihrer Filme selbst auftaucht - als Spiegelbild in einem Fenster, so wie Alfred Hitchcock, mit dem sie mehrere Filme gedreht hat. Er war ein enger Freund der Fürstin, was durch zahlreiche Briefe und Fotos dokumentiert wird. "Das Bild von Grace Kelly ist mit vielen Stereotypen belegt. Es ist zu einem faden Bild einer Person geworden, die äußert komplex war. Diese Ausstellung soll ihr Image auffrischen und der Wahrheit über Grace Kelly näher bringen", erzählte Mitterrand weiter. Und so bringt die Ausstellung den Charakter einer Frau zum Ausdruck, die melancholisch und optimistisch, stark und schwach zugleich war.

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