Ausstellung : Schillernd

Das Museum Europäischer Kulturen zeigt zu seinem zehnten Geburtstag "Tuchintarsien in Europa von 1500 bis heute".

Jens Hinrichsen

Gewalkte Wolle wird in Teile zerschnitten und zu detailfreudigen Bildern vernäht: „-Inlaid patchwork“ nennt der Angelsachse die fast vergessene Textiltechnik, die doch eine über 500-jährige Geschichte aufzuweisen hat. Das Museum Europäischer Kulturen begeht mit „Tuchintarsien in Europa von 1500 bis heute“ seinen 10. Geburtstag. Präsentiert werden fast 40 Originalobjekte von schillernder Farbigkeit, deren Herkunft sich vielfach gar nicht mehr bestimmen lässt. Die Leihgaben aus Europa, den USA und Australien entstammen verschiedenen Funktionszusammenhängen. Neben Altar- und Fastentüchern sind Pferdedecken, Wandteppiche und Tischdecken zu sehen. Das Gros der Stoffmosaike stammt aus dem 18. Jahrhundert – Bilder, die von klaren Ornamenten bestimmt sind. Aus Breslau kommt der Wolfshagener Teppich (1896), der aufgrund seines fragilen Zustands in einem abgedunkelten Raum präsentiert wird. Objekte, die aus konservatorischer Rücksichtnahme gar nicht reisen durften, gibt es als Nachdrucke. Dass die Tuchintarsientechnik heute noch Anhänger hat, beweist der Teppich „Stückwerk Berlin – Stückwerk Europa“, den die Textilkünstlerin Ursel Arndt mit 100 Helfern hergestellt hat. Die Motive setzen sich aus zeitgenössischen Graffitis zusammen. Die Tuchintarsie lebt. Jens Hinrichsen

- bis zum 5.7., Di-Fr, von 10-18 Uhr, Sa und So von 11-18 Uhr

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