Ausstellung : Zeitlos schön

Die Ausstellung "Hedwig Bollhagen. Ein Leben für die Keramik zeigt eine Fülle von Objekten aus dem keramischen Nachlass der Künstlerin.

Antje Horn-Conrad

Das Geheimnis brennt im Ofen. Sinken die mit feinem Pinselstrich aufgesetzten Linien in die schmelzende Glasur ein, dann verschwimmen die Konturen, und es entstehen jene fließenden Übergänge, die der HB-Keramik ihr typisches Aussehen verleihen. Oft in Blautönen, wie im alten China. Tatsächlich reichen die Handelsbeziehungen der Marwitzer HB- Werkstätten heute bis Asien. Hier wie dort schätzt man das schlicht dekorierte, zeitlose Geschirr der Hedwig Bollhagen. Anlässlich des 100. Geburtstages der 2001 verstorbenen Keramikerin würdigt das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) ihr Leben und Werk jetzt mit einer Retrospektive.

Worin andere Kunst erkannten, sah Hedwig Bollhagen einfach ihr Handwerk: „Ich mache Teller, Tassen und Kannen ...“ Angeregt vom Bauhaus suchte sie nach einer Funktionalität und Ästhetik für Jedermann, nach Formen, die nicht der Mode unterworfen sind. Die Ausstellung zeigt eine Fülle von Objekten aus ihrem keramischen Nachlass: neben den Klassikern ihrer Servicekollektionen auch die auf der Weltausstellung 1937 in Paris mit einer Goldmedaille prämierte Vase. Filme erinnern an das bescheidene, humorvolle, aber auch kritische Wesen der Künstlerin. Bis zuletzt hatte sie in ihren 1934 gegründeten Werkstätten mit Form und Dekor experimentiert. Zeugnisse davon werden nun erstmals öffentlich zu sehen sein. Aber auch Werke von Künstlerfreunden wie Charles Crodel, Werner Burri oder Heidi Manthey, die die Arbeit von Hedwig Bollhagen in Marwitz fortführt. Antje Horn-Conrad



Haus der Brandenburgisch- Preußischen Geschichte, Fr 22.6. bis 13.1.2008, Di-Fr 10-17 Uhr,

Sa/So 10-18 Uhr, 5/3,50 €

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