Bundeskunsthalle : Große Modigliani-Ausstellung

Die Bundeskunsthalle in Bonn zeigt ab Freitag die erste größere Modigliani-Einzelschau in Deutschland seit fast 20 Jahren. Leihgaben aus aller Welt zeugen von der einzigartigen Schöpferkraft des italienischen Ausnahmekünstlers.

BonnDie Bundeskunsthalle in Bonn gewährt mit zahlreichen Leihgaben aus aller Welt einen umfassenden Einblick in das einzigartige Oeuvre des italienischen Künstlers Amedeo Modigliani. In einer der wenigen großen Modigliani-Ausstellungen werden vom 17. April bis zum 30. August insgesamt 40 Gemälde, 70 Zeichnungen sowie einige Skulpturen präsentiert.

Wie viele herausragende Künstler führte Amedeo Modigliani ein ausschweifendes, schwermütiges und sehr kurzes Leben. Trotz seines frühen Todes (1884-1920) hinterließ der italienische Künstler ein einzigartiges Repertoire. Sein Gesamtwerk umfasst etwa 420 Gemälde und rund 1000 Zeichnungen. Porträts und Akte von Frauen waren sein zentrales Sujet.

Frauengemälde begründen seinen Mythos

Der italienische Maler, Zeichner und Bildhauer gilt als einer der bedeutendsten Künstler der Moderne und des 20. Jahrhunderts. Er lässt sich keiner zeitgenössischen Stilrichtung wie dem damals umjubelten Kubismus oder Fauvismus zuordnen und blieb Porträts und Akten treu. Stillleben von ihm sind nicht bekannt und Landschaftsbilder gibt es nur wenige. Erkennbar sind Bezüge zur Formensprache der Renaissance und des Manierismus sowie ein starker Einfluss in reduzierter Darstellung durch die schwarzafrikanische Skulptur.

Die von Kurator Christoph Vitali organisierte Schau folgt chronologisch dem Lebensweg des Künstlers. Sie beginnt mit den frühen Karyatiden (ursprünglich weibliche Portalfiguren in der griechischen Architektur), die eine Einheit von Zeichnung und Skulptur zeigen. Es folgen Porträts etwa von Pablo Picasso und dem Kunsthändler Max Jacob. Großzügig gehängte, bekannte Öl-Akte aus der Zeit von 1916 bis 1917 sind zentrale Werke der Schau.

Der aus Livorno stammende Modigliani verließ 1906 seine italienische Heimat und gehörte bald der legendären Avantgarde-Künstlerszene um Picasso und die Café-Boheme in Frankreich an. Seine Anerkennung zu Lebzeiten war jedoch bescheiden. Unverwechselbar waren seine Frauengemälde mit aprikosenfarbener Haut, gestreckten Hälsen und Gesichtern und kleinen, leeren Augen. (sh/dpa)

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