Gastausstellung : 205.000

Die Berliner bestürmen die „Schönsten Franzosen“. Das Metropolitan Museum in Berlin hat seine Halbzeit noch nicht erreicht.

Noch hat das Metropolitan Museum in Berlin seine Halbzeit nicht erreicht, und doch sind die Veranstalter bereits hochzufrieden. So wurden seit der Eröffnung der Ausstellung „Die schönsten Franzosen kommen aus New York“ am 1. Juni in der Neuen Nationalgalerie insgesamt 205 000 Besucher gezählt. Damit ist man nicht allzu weit entfernt von den Rekordzahlen der MoMA-Ausstellung vor drei Jahren, an deren Erfolg die jetzige Gastausstellung gemessen wird. Während die MoMA-Ausstellung mit ihren insgesamt 1,2 Millionen Besuchern innerhalb einer Laufzeit von sieben Monaten täglich im Schnitt 6200 Menschen zählte, liegt beim Metropolitan der Mittelwert derzeit bei 5100. Allerdings begann 2004 der große Run auf die Klassiker der Moderne zunehmend mit dem sich nähernden Ende der Ausstellungszeit.

Der Verein der Freunde der Neuen Nationalgalerie, der auch diesmal das Ausstellungsunternehmen mit der Nationalgalerie stemmt, erwartet eine ähnliche Tendenz auch beim zweiten Mal. So gehört es zum klassischen Besucherverhalten, dass mit Ausstellungsschluss und der wachsenden Sorge, das Event zu verpassen, die Nachfrage nochmals steigt. Aus diesem Grunde haben gleich zu Beginn der Metropolitan-Ausstellung die Berliner besonders zahlreich die „Schönsten Franzosen“ besucht. Einen Fehler wollten viele Kunstfans in ihrer eigenen Stadt nicht erneut begehen: ein bereits legendäres Erlebnis zu verpassen oder dafür bis zu fünf Stunden anstehen zu müssen.

Damals gehörte das Bild der gigantische Warteschlange rund um den Glaskubus des Mies-van-der-Rohe-Baus zu den Indikatoren der großen Publikumsnachfrage. Diesmal fehlt sie fast komplett. Bei skeptischen Beobachtern hatte dies bereits zur Vermutung geführt, die Metropolitan-Schau würde gegenüber der Vorgängerausstellung weit abfallen. Allerdings sorgt das neue Ticketing-System, bei dem die Besucher über SMS auf Handy benachrichtigt werden, dafür, dass der Einlass zügiger vonstattengeht. Schon haben andere Ausstellungshäuser beim Verein der Freunde darum gebeten, es übernehmen zu dürfen – darunter auch die Londoner Royal Academy.

Um den „Schönsten Franzosen“ dennoch einen weiteren Schub zu bescheren, die gewünschte Besucherzahl von 500 000 zu erreichen und die Unkosten in Höhe von 7,5 Millionen Euro einzuspielen, wurden die Öffnungszeiten nochmals in den Abendstunden erweitert: Nicht nur am Donnerstag, sondern auch am Freitag und Samstag ist die Neue Nationalgalerie bis 22 Uhr geöffnet. NK

Infos unter: www.metinberlin.org

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben