Hamburg : Forschender Künstler: Thomas Demand stellt aus

Was für ein Künstler ist der Berliner Thomas Demand? Maler oder ein Fotograf? Eine Antwort auf diese Frage versucht die Hamburger Kunsthalle mit einer Präsentation seiner aktuellen Arbeiten zu geben.

Demand
Thomas Demand in der Hamburger Kunsthalle. -Foto: dpa

HamburgVom Freitag an bis zum 6. Juli werden die Arbeiten Thomas Demands in der Hamburger Kunsthalle zu sehen sein. Reale Räume oder Szenerien, die bereits als Bilder durch Printmedien oder im Fernsehen verbreitet wurden, rekonstruiert der in Berlin lebende Künstler im Atelier als Modell nach, um sie dann als großformatige Fotografien abzulichten. "Ich bin weder ein Maler, noch ein Fotograf, eigentlich bin ich ein Bildhauer", sagte der 44-Jährige am Mittwoch in Hamburg. 2005 waren seine Arbeiten bereits in einer Einzelausstellung im Museum of Modern Art in New York zu sehen.

In einer eigens für die Galerie der Gegenwart entwickelten Installation zeigt die Hamburger Kunsthalle Werke aus den Jahren 2005-2007. Die Ausstellung präsentiert auch neun Fotos zur Folge "Embassy" (2007). Die Bilder zeigen die Nigerianische Botschaft in Rom, aus der bei einem Einbruch Unterlagen entwendet wurden, die dem amerikanischen Geheimdienst als Argument für den Irakkrieg dienten. Die Bildserie beruht laut Museumsangaben auf Forschungsarbeiten, die der Künstler selbst durchgeführt hat, da kein Reporter jemals Zugang zu dem Ort hatte.

Die Arbeit "Klause" (2006) beleuchtet collageartig den Ort eines mutmaßlichen Verbrechens in Burbach im Saarland in verschiedenen Stadien der Ermittlungen. Der Fall wurde nie geklärt. Die Fotografien stellen auch nicht das Geschehen dar, sondern nur das, was der Betrachter aufgrund der Medienbilder damit verbindet. (mpr/dpa)

(Internet: www.hamburger-kunsthalle.de)

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