Künstler : Beuys-Atelier in Kleve wird renoviert

Das Museum Kurhaus in Kleve will das frühere Atelier des Künstlers Joseph Beuys wiederherstellen. Von 1957 bis 1964 arbeitete Beuys in der nordrhein-westfälischen Stadt. In der Zeit entstanden einige wichtige Frühwerke, wie das Mahnmal für die Kriegstoten, welches heute in Büderich steht.

Joseph Beuys
Der Künstler und Kunstprofessor Joseph Beuys (Aufnahme von 1979) lebte mehrere Jahre in Kleve. -Foto: dpa

KleveDas Künstler-Atelier von Joseph Beuys (1921- 1986) in Kleve wird wiederhergestellt. "Der Ort, an dem Beuys zu dem wurde, der er war" soll bis 2010 renoviert und saniert sein. Das sagte der Direktor des Museums Kurhaus in Kleve, Guido de Werd, am Donnerstag. Beuys hatte in dem Atelier von 1957 bis 1964 gearbeitet. Die ehemaligen Atelierräume im Westteil des bereits seit 1997 museal genutzten Klever Kurhauses sollen künftig Beuys-Frühwerke sowie Videos seiner Aktionen beherbergen. Die Baukosten für das Atelier und weitere künftige Museumsräume betragen rund 2,9 Millionen Euro.

"Es soll die Energie von Beuys an dem Ort spürbar werden, wo er sie gesammelt hat", sagte ein Museumssprecher zur Wiederherstellung des historischen Ortes: Der heute weltbekannte Künstler, der seit 1961 Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie war, hatte das aus zwei großen und mehreren kleineren Räumen bestehende Atelier nach einer schweren Krise in den 50er Jahren angemietet.

Umfangreiche Sammlung von Beuys-Lehrers Mataré

Hier waren unter anderem das heute in Büderich bei Düsseldorf zu sehende Mahnmal für die Kriegstoten sowie andere wichtige Frühwerke von Beuys entstanden. Zu den Arbeiten aus dieser Zeit gehört auch das gerade vom Museum erworbene Keramik-Relief "Ohne Titel/Über eine Landschaft fliegender Schwan" (1957/58), das nach der Vollendung des Umbaus im Atelier gezeigt wird.

Das Klever Museum besitzt auch die umfangreichste Sammlung zum Werk des Beuys-Lehrers Ewald Mataré. Nun habe das Museum "die einmalige Chance, die Schnittstelle zwischen Lehrer und Schüler in einem Haus spürbar zu machen", sagte der Museumssprecher. Die 30 Jahre lang vom Klever Stadtarchiv im historischen Friedrich-Wilhelm-Bad genutzten Räumlichkeiten würden bei der Sanierung wieder in den baulichen Zustand des 19. Jahrhunderts zurückversetzt: "So, wie es Beuys kennengelernt und benutzt hat."

Das Museum Kurhaus in Kleve hat im Jahrzehnt seines Bestehens mehr als 50 Ausstellungen zeitgenössischer Kunst gezeigt und verfügt über eine profilierte eigene Sammlung vom Mittelalter bis zur Moderne. Mit der Sanierung sollen auch weitere Ausstellungssäle für die Mittelalter-Skulpturen und die umfangreiche Grafik-Sammlung geschaffen werden. Das Haus war 2004 von den deutschen Kunstkritikern zum "Museum des Jahres" gekürt worden. (ut/dpa)

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