Kunst : "Herkules und Omphale" zurück in Berlin

Die Elfenbeingruppe "Herkules und Omphale" des Barockbildhauers Balthasar Permoser ist ins Berliner Kunstgewerbemuseum zurückgekehrt. Sie war jahrzehntelang verschollen.

"Herkules und Omphale"
Nur 20 Zentimeter hoch: Die Elfenbein-Schnitzerei "Herkules und Omphale". -Foto: ddp

BerlinHeute stellte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz die 22 Zentimeter hohe Skulptur von Balthasar Permoser (1651-1732) der Öffentlichkeit vor. Die Plastik war durch Vermittlung des Auktionshauses Sotheby's in New York 2006 wieder in den Bestand des Berliner Kunstgewerbemuseums gelangt.

Die Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Klaus-Dieter Lehmann, bewertete die Rückgabe als Beispiel der guten Zusammenarbeit mit den großen Auktionshäusern. Diese gäben Werke mit zweifelhafter Herkunft mittlerweile nicht in Auktionen, sondern nähmen zunächst Kontakt mit den Museen auf.

Die um 1700 entstandene Skulptur "Herkules und Omphale" war 1873 in die Berliner Kunstkammer gelangt und zwei Jahre später ins Kunstgewerbemuseum übergegangen. 1943 wurde es mit anderen Kunstwerken zunächst nach Schloss Oegeln bei Beeskow in Brandenburg ausgelagert und im März 1945 auf einen Transport ins hessische Melsungen geschickt. Später soll die Plastik bei einer kleineren Auktion in Kalifornien versteigert worden sein.

Fünf Parallelstücke

Von der Skulptur gibt es laut Museumsvize Lothar Lambacher fünf Parallelstücke, drei davon sind im Besitz des Grünen Gewölbes in Dresden, eine weitere befindet sich in der Eremitage in St. Petersburg.

Laut Lehmann gelten bundesweit noch rund 200.000 hochwertige Kunstobjekte als vermisst, die meisten davon aus dem Besitz der heutigen Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Die vermissten Objekte listet die Stiftung in der Reihe "Dokumentation der Verluste" auf, die als Grundlage für Restitutionsansprüche gilt. 2008 sollen vier weitere Bände folgen. (mit ddp)

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