Kunst : Kirchners "Berliner Straßenszene" in New York

Die "Berliner Straßenszene" von Ernst Ludwig Kirchner wird nach dem Kauf durch den amerikanischen Kunstmäzen Ronald S. Lauder jetzt in New York gezeigt. Zuvor war das Gemälde in der Ausstellung "100 Jahre Brücke - Expressionismus in Berlin" zu sehen.

Berliner Straßenszene
Repro des Ölgemäldes "Berliner Straßenszene" aus dem Jahre 1913 von Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) -Foto: ddp

Berlin/New YorkErnst Ludwig Kirchners Gemälde "Berliner  Straßenszene" wird nach dem Kauf durch den amerikanischen Kunstmäzen Ronald S. Lauder jetzt in New York gezeigt. "Wir sind stolz, dass dieses Bild nun in New York ein Zuhause gefunden hat", erklärte Lauder in einer Mittelung seiner Neuen Galerie für deutsche und österreichische Kunst. Das Gemälde, das bis zum vergangenen Jahr zum Berliner Brücke-Museum gehörte und danach den Erben des jüdischen Sammlers Alfred Hess zurückgegeben wurde, wird vom 26. Juli (bis 17. September) in dem Museum mit anderen Arbeiten Kirchners ausgestellt.

"Kirchner ist ein Schlüsselkünstler für die Neue Galerie", die "Straßenszene" eines seiner wichtigsten Gemälde, erklärte Lauder als Präsident der Neuen Galerie. Lauder hatte in den vergangenen Wochen signalisiert, dass er zu Gespräche mit Berlin über eine Leihgabe des Gemäldes bereit sei. Am Dienstag hatte der Unternehmer angekündigt, dass er sich als möglicher Investor für den Berliner Flughafen Tempelhof zurückzieht.

Die "Berliner Straßenszene" von 1913 gilt als eines der wichtigsten Bilder des deutschen Expressionismus. Es hing bis zum vergangenen Jahr im Brücke-Museum. Der Berliner Senat hatte das Bild an die Erben des jüdischen Sammlers Alfred Hess zurückgegeben, dessen Witwe das Bild in der NS-Zeit verkauft hatte. Kritiker warfen dem Senat eine vorschnelle Rückgabe mit der Behauptung vor, Thekla Hess habe das Bild nicht unter der Not der NS-Verfolgung verkauft. Der Senat hatte sich bei Rückgabe auf nationale und internationale Abkommen über den Umgang mit NS-Raubkunst berufen.

Das Gemälde war bei einer Auktion im November 2006 von der Neuen Galerie für deutsche und österreichische Kunst in New York für 38 Millionen Dollar gekauft worden. Die Galerie wird von Lauder finanziert. (mit dpa)

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