Kunst & Markt : See ohne Sommerloch

Die Art Bodensee zählt zu den kleinen, feinen Kunstmessen. Im 14. Jahr nehmen nun auch die ersten Galerien aus Berlin teil.

Jan Bykowski
Stillleben von Oliver Gröne aus der Koje der Galerie Jarmuschek Foto: Art Bodensee
Stillleben von Oliver Gröne aus der Koje der Galerie JarmuschekFoto: Art Bodensee

So alt wie das Jahrtausend ist die Art Bodensee in Dornbirn. Und trotz dieser kurzen Tradition blickt sie schon auf eine wechselhafte Erfolgsgeschichte zurück. Als Salonmesse konzipiert, blieb sie in früheren Jahren auch in ihrem Angebot zuweilen etwas eingeschränkt. Mit der aktuellen Ausgabe wurde nun aber nicht nur in der Teilnehmerzahl mit immerhin über fünfzig neue Bestmarken gesetzt. Auch die Besucherzahlen lagen etwa 25 Prozent über denen des vergangenen Jahres. Dieser Zuwachs dürfte nicht nur auf den Regen zurück zu führen sein, der ein Wochenende lang das Publikum in die Messehalle trieb. Zwar hängt die Kunstmesse in der Touristikregion des Dreiländerecks auch vom Wetter ab - im vergangenen Jahr hatte die Sommerhitze die Gäste jedoch eher in den Bodensee gelockt.

Jarmuschek und cubus-m: zwei neue Teilnehmer aus Berlin

Vor allem aber verfügt die Region zwischen Schweiz, dem südwestdeutschen Raum und Vorarlberg als dem wohlhabendsten österreichischen Bundesland über eine gut ausgebildete Sammlerszene. Der kommt die für 2014 sorgfältig ausgewählte Qualität der Aussteller entgegen, die ihrerseits hier ihren Sammlern entgegen reisen. Mit cubus-m und Jarmuschek + Partner kamen zwei Debütanten aus Berlin. Letztere wurde erst durch eine bedeutende Sammlung auf die Idee zur Teilnahme gebracht. Das Museum Biedermann ist an der Potsdamer Straße bekannt und wies auf die Sonderschau der diesjährigen Art Bodensee hin, mit der sich die Sammlung aus Donaueschingen dieses Jahr in Dornbirn zeigen durfte. Dort ist die Herkunftsbezeichnung Berlin zwar kein entscheidendes Kaufargument, kann aber das Interesse der zumeist regionalen Besucher wecken. So konnte sich Jarmuschek + Partner neben vereinzelten aus dem Stammhaus bekannten Sammlern besonders über neue Kundschaft in den Kojen freuen. Eine Rückkehr im nächsten Jahr ist wahrscheinlich. 

Holger Marquart von cubus-m ist sich in dem Punkt noch nicht so sicher. Trotz guter Stimmung auf der Messe zeigten sich die Sammler eher verhalten und noch unverbindlich. Am besten aufgenommen wurden Arbeiten von Mara Diener, die zwischen Berlin und Österreich pendelt.

Man nimmt sich Zeit, ein Bild von Rainer Fetting ist dennoch sofort verkauft

Im Ländle ist der Rhythmus ein anderer als etwa auf der Art Basel. Man nimmt sich Zeit. Manche Aussteller rechnen mit einem halben Jahr, bevor ihre Messeteilnahme in Verkäufen widerhallt, andere brauchten drei Jahre, bevor sich die Umsätze lohnen. Schneller war die Galerie Thomas Fuchs aus Stuttgart, der am ersten Tag eine Leinwand für 54000 Euro angebotene Leinwand als verkauft melden konnte. Ein guter Einstieg in die Messe, auf der die Preise nicht wesentlich über eine viertel Million gehen. Und dass es sich um ein Gemälde von Rainer Fetting handelte, bekannt besonders durch die Willy-Brandt-Bronze in der SPD-Zentrale, wird wiederum die Berliner Szene freuen.

www.artbodensee.messedornbirn.at/

 

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