Kunstbiennale von Venedig : Trolleys, Koffer und Astronauten

Die deutsche Künstlerin Isa Genzken hat bei der Kunstbiennale in Venedig ihre Ausstellung "Oil" präsentiert.

Kunstbiennale Venedig
Der Deutsche Pavillion mit einem Werk von Isa Genzken.Foto: ddp

VenedigDen Beitrag für den deutschen Pavillon hat die 58-Jährige in monatelanger Arbeit gestaltet und dabei zahlreiche Einzelskulpturen zu einem Gesamtkunstwerk verwoben. Zu der feierlichen Eröffnung im Park der "Giardini" waren trotz strömenden Regens zahlreiche deutsche Kunst- Fans sowie Georg Boomgarden, Staatssekretär des Auswärtigen Amtes und Nicolaus Schafhausen, der Kurator des Deutschen Pavillons an den Canal Grande gekommen.

Die 52. Kunstbiennale öffnet offiziell am kommenden Sonntag (bis 21. November). Aber schon zur Pressevorbesichtigung herrschte trotz des Regenwetters enormer Andrang. Künstlerischer Leiter ist erstmals der Amerikaner Robert Storr, der den Kunst-Event unter das Motto "Mit den Sinnen denken, mit dem Geist fühlen - die Kunst in der Gegenwart" gestellt hat. Den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk erhält der afrikanische Fotograf Malick Sidibé. Der Goldene Löwe für den besten Länderpavillon wird in diesem Jahr im Oktober verliehen.

Insgesamt nehmen 76 Saaten an der internationalen Kunstschau teil - so viele wie noch niemals zuvor. Unter anderem sind erstmals Länder wie Aserbaidschan und Tadschikistan dabei. Afrika ist unter dem Titel "Check List Luanda Pop" mit einem eigenen Kontinent-Pavillon vertreten.

Schon von außen bietet sich den Besuchern in diesen Tagen ein ungewohntes Bild, wenn sie sich dem normalerweise streng-weißen deutschen Pavillon "Germania" nähern: Genzken hat das 1938 erbaute Gebäude ganz in ein orangefarbenes Absperrnetz gehüllt, wie es auch auf Baustellen verwendet wird. Innen sollen schwebende Astronauten und zahlreiche Reiseutensilien die Vorstellung von Bewegung erwecken und auf die verschiedenen Arten von Tourismus hindeuten. Das Werk zeige, "wie vereinfacht Reisen in der heutigen Zeit geworden ist, wie schön und erstaunlich Reisen sein kann und wie ebenso zerstörerisch es sich zeitweise erweist", hieß es. (mit ddp)

 
 

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