Kunstschau : Shanghai eröffnet Messe für Gegenwartskunst

Die chinesische Metropole Shanghai wird im September ihre erste Messe für zeitgenössische Kunst eröffnen. Auch Galeristen aus Deutschland werden ihre Künstler dort vorstellen. Der Markt für Gegenwartskunst aus China boomt.

Shanghai/DüsseldorfDie erste Messe für Gegenwartskunst in China öffnet im September in Shanghai ihre Tore. An der "ShContemporary" nehmen vom 6. bis zum 9. September über 100 Galerien und Kunsthändler teil. Nach bisherigem Stand kämen 49 Galeristen aus dem asiatisch-pazifischen Raum, 52 aus Europa und Amerika. Aus Deutschland reisen acht Kunsthändler nach China.

Mit ihrem Angebot aktueller Kunst aus ganz Asien setze die Kunstmesse in Shanghai "auf internationale Sammler und Kunstliebhaber, aber auch auf das riesige Potenzial lokaler Sammler und Käufer". Durch das "explosionsartige Entstehen" einer neuen Ober- und Mittelschicht in den reichen Ländern Asiens habe sich binnen weniger Jahre ein starker Markt für zeitgenössische Kunst entwickelt. Dies lasse sich auch am raschen Entstehen von Kunstmuseen, Kunstzentren und -biennalen überall auf dem Kontinent ablesen.

Zum Konzept der "ShContemporary" gehöre aber auch ein Austausch zwischen der europäisch-amerikanischen und asiatischen Kunstszene. Die neue Messe wird nach Angaben der Sprecherin von der bereits in China tätigen italienischen Messegesellschaft Bolognafiere und chinesischen Partnern organisiert. Schauplatz ist das Shanghai Exhibition Center (SEC), das um 1950 als Geschenk Stalins an Mao Tse Tung errichtet worden ist. Gestützt auf ein "Netzwerk" aus Künstlern, Kuratoren und Sammlern aus ganz Asien sei für Shanghai das Messesegment "Best of Discoveries" entstanden, in dem herausragende Künstler aus Asien und dem pazifischen Raum ihre Werke erstmals der internationalen Kunstszene vorstellen können.

Nach Einschätzung von Messe-Direktor Lorenzo Rudolf zeigt der asiatische Kontinent "eindrucksvoll, dass zwar eine Globalisierung der Kunst stattfindet, nicht jedoch des Kunstmarktes. Und Asien ist reif für eine eigene internationale Kunstmesse". (mit dpa)

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