Landesmuseum Hannover : Ehepaar Modersohn-Becker wieder vereint

Eine Ausstellung zum 100. Todestag der expressionistischen Malerin Paula Modersohn-Becker zeigt auch Bilder ihres Mannes Otto Modersohn - und die Gefühlslage, die zwischen den beiden herrschte.

Modersohn
Unterschiedliche Stile: Während Paula Modersohn-Becker sich in neuen expressionistischen Formen versuchte, blieb ihr Ehemann Otto...Foto: dpa

Von diesem Samstag an sind bis zum 24. Februar 80 Porträts, Stillleben und Landschaftsbilder und Grafiken von Paula Modersohn-Becker im Niedersächsischen Landesmuseum zu sehen. Otto Modersohn ist mit 50 Landschaftsgemälden und Zeichnungen vertreten. Am Anfang ähneln sich einige Motive, doch dann orientiert sich Paula eher an Cézanne oder Gauguin, während Otto die Traditionen des 19. Jahrhunderts fortsetzt. Erstmals werde die spannungsreiche Beziehung des progressiven Künstlerpaares in so großem Rahmen beleuchtet, teilte das Museum mit.

In Ottos Bildern hat Paula kein Gesicht

"Die Gefühlslage zwischen den Ehepartnern spiegelt sich relativ deutlich in der Bildwelt wider", sagte der Kurator der Ausstellung, Thomas Andratschke. Der 1865 geborene Künstler malte seine elf Jahre jüngere Frau stets gesichtslos. Sie erscheint als anonymes Geschöpf in der Natur. Von 1905 an antwortete Paula mit Porträts ihres Mannes - etwa "Otto Modersohn mit Pfeife". Einblicke in das Familienleben geben Zeichnungen von beiden - etwa beim Schlittschuhlaufen oder Ziegenmelken.

Otto hatte schon früh erkannt, welche bedeutende Malerin er an seiner Seite hatte. Selbst als sich seine junge Frau von ihm scheiden lassen wollte, hatte er ihre Arbeit unterstützt und jeden Monat Geld nach Paris geschickt. Eine flüchtige Zeichnung Modersohns zeigt Paula im Jahr 1907, wie sie ihre neugeborene Tochter Mathilde stillt. Das Paar hatte sich trotz aller Krisen wieder versöhnt, doch das Glück war nur von kurzer Dauer. Wenige Tage danach starb die Künstlerin im Alter von nur 31 Jahren in der Künstlersiedlung Worpswede bei Bremen - sie hatte einen frühen Tod geahnt.  (mit dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben