Museen : Dubai- Dubai- Doo!

Erfolg beflügelt. Nach ihrem ersten gemeinsamen Ausstellungsprojekt aus Anlass der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2007 wollen die drei großen deutschen Museumsverbände aus Berlin, Dresden und München künftig gemeinsam in aller Welt auftreten.

Bernhard Schulz

Soeben wurden zwei gewichtige Ausstellungen in der Nationalgalerie von Peking eröffnet (Tsp v. 19. Mai). Und kurz zuvor, am 7. Mai, unterzeichneten die drei Museums- „Generäle“ ein Kooperationsabkommen mit der Kulturbehörde von Dubai (DCAA), das eine langfristige, umfassende Zusammenarbeit zum Inhalt hat.

Einzelheiten stellten die drei Museumsgeneraldirektoren gestern in Berlin gemeinsam mit dem Kulturdirektor der DCAA vor – keinem anderen als dem hier bestens bekannten Michael Schindhelm. Der, seit einigen Monaten am Golf tätig – „Für das Opernhaus-Projekt mit Zaha Hadid haben wir eine Milliarde Dollar“ –, skizzierte zunächst die gegenwärtige Situation Dubais: rasantes Einwohnerwachstum, multiethnische Gesellschaft, künftige Drehscheibe für Handel, Finanzen und Tourismus. Da fehlt nur noch die Kultur. Sie wird nunmehr auf Anordnung von Scheich al Maktoum bereitgestellt. Die drei deutschen Museumsverbände sind ausersehen, beim Aufbau eines „Universalmuseums“ zu helfen, sowohl konzeptionell als auch mit Leihgaben. „Die Idee ist“ – so Schindhelm –, „die Kultur all der Menschen, die nach Dubai kommen, zu repräsentieren“. Dabei gehört auch die Pflege der „emiratischen“ Traditionen zum Programm. Das Museum, für das der vielbeschäftigte Niederländer Rem Koolhaas bereits bis Ende 2009 einen Interimsbau errichten wird, soll – so Reinhold Baumstark aus München – nicht nach den herkömmlichen Sparten wie Europa oder Asien gegliedert werden, sondern nach „Menschheitsthemen“ wie Schrift, Philosophie, ja sogar „Grundzüge des Staates“. Ferner „wollen wir mit Kunst nach Dubai gehen“; neben der islamischen mit europäischer oder auch afrikanischer Kunst, auf jeden Fall aber mit Originalen, mit „Objekten, die den Kanon abdecken“. Dubai zahlt alle Kosten, jedoch keinerlei Leihgebühren. Zugleich soll eine eigene Museumssammlung aufgebaut werden, wobei die deutschen Kollegen „gefordert sind, Hinweise zu geben, wie zu einem Fundus zu gelangen ist, der dem Anspruch gerecht wird“. Peter-Klaus Schuster, Chef der Staatlichen Museen Berlin und nie um eine Formulierung verlegen, jubilierte über ein „musée imaginaire der Weltkunst“. Man hört, Tschechow leise im Ohr, drei Brüder nur noch rufen: Nach Dubai! Nach Dubai! Bernhard Schulz

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben