Schirn : Kunstmaschinen und Maschinenkunst

Kunst soll etwas einmaliges, von Menschenhand geschaffenes sein. Schluss damit, sagt die Frankfurter Schirn und schiebt mit ihrer neuen Ausstellung die industrielle Revolution der Muse an.

Frankfurt (Main)Besucher können in der Kunsthalle dabei zusehen, wie Kunstmaschinen Kunst produzieren. Die Macher der Schau wollen damit nicht nur die traditionelle Vorstellung hinterfragen, dass Kunst nur von einem Künstler als schöpferischem Genius geschaffen werden kann. Auch das Verhältnis zwischen Betrachter und Kunstwerk soll auf den Prüfstand gestellt werden, wie die Kuratoren erläuterten. So erfordern mehrere der gezeigten Maschinen bei ihrer Kunstproduktion die Mitarbeit des Besuchers.

Einige der auf diese Weise geschaffenen Werke - darunter durch Stempel zertifizierte Blätter von Damien Hirst oder Olafur Eilasson - können die Besucher anschließend mit nach Hause nehmen. In der Ausstellung begegnen dem Besucher daneben Apparaturen, die eher an Maschinen aus der Industrie erinnern. So produziert Roxy Paines "SCUMAK No.2" fortwährend organisch wirkende Skulpturen aus einer Art Knetmasse. Sobald die Masse aus der Maschine herausgedrückt wurde, verfestigt sie sich. Anschließend werden die Skulpturen auf Sockeln ausgestellt.

Andere Maschinen zeichnen, signieren am laufenden Meter oder stellen blasphemische Plastikflaschen her. Konzipiert wurde die Schau von der Schirn in Zusammenarbeit mit dem Museum Tinguely in Basel. Das Museum zeigt in einer Dauerausstellung die Maschinenskulpturen, Reliefs und Zeichnungen des schweizerisch-französischen Bildhauers und Objektkünstlers Jean Tinguely (1925- 1991), der als Mitbegründer der neodadaistischen Gruppe der Nouveaux Realistes und einer der wichtigsten Vertreter der kinetischen Kunst gilt. Aus dem Museum sind zahlreiche Arbeiten als Leihgabe nach Frankfurt gekommen.

Die Ausstellung in der Schirn ist bis 27. Januar zu sehen.

(mit ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar