Trajansmärkte : Ein neues Schmuckstück für Rom

Zwei Jahre aufwendig restauriert, mehr als fünf Millionen Euro hinein gesteckt und fertig ist das "erste Museum antiker Architektur". Die Italiener sind stolz. Der Grund: Die Trajansmärkte, eines der prächtigsten antiken Bauwerke Roms, ist wieder zu besichtigen.

Trajan
Die Trajanmärkte in Rom: Mehr als 170 Originalfragmente auf über 2000 Quadratmetern -Foto: AFP

RomDie mehrere Stockwerke hohen Trajansmärkte mit ihrem riesigen Gewölbe und der einzigartigen Aussicht auf das Trajansforum kann seit Freitag wieder besichtigt werden. Fein vom Schmutz der Zeit gesäubert, vor allem erdbebensicher abgestützt und in ihren insgesamt sechs Kreuzgewölben mit Ketten und Baukalk verstärkt, beherbergt das Meisterwerk römischer Ingenieurskunst nun das Museum der Kaiserforen.

Italiens Hauptstadt nennt es stolz das "erste Museum antiker Architektur". Auf mehr als 2000 Quadratmetern bieten die "Mercati di Traiano" dem interessierten Besucher mehr als 170 Originalfragmente der Kaiserforen aus Marmor sowie 15 teilweise riesige Kalkabgüsse. In den Nebenräumen der verglasten und damit lichtdurchfluteten "Großen Aula" tritt er den Rundgang durch die "Fori Imperiali" an, macht so nach und nach die Bekanntschaft von Augustusforum, Caesarforum und Friedenstempel in ausgewählten Ausstellungsstücken von höchstem Rang.

"Eine Welt für sich"

"Das ist eines der wichtigsten Schmuckstücke unserer Stadt", schwärmte der römische Bürgermeister Walter Veltroni, ein früherer Kulturminister, nach einem ersten Rundgang am Mittwochabend. "Das ist kein Museum, das ist eine Welt für sich", meinte das populäre und für seinen kulturellen Ehrgeiz bekannte Stadtoberhaupt zu der klassischen und nüchternen Eleganz der Gewölbe und der ausgestellten Marmorwerke.

Und es war doch keine "Shopping Mall der Antike", wie so lange angenommen wurde. Als der monumentale Komplex mit seinen Innenhöfen und überdachten Straßen hinter dem Trajansforum um das Jahr 1930 herum "wiederentdeckt" wurde, galt es fast als ein antiker Vorläufer von Einkaufspassagen. Daher stammte auch der Name "Trajansmärkte". In Wahrheit war dieses Bauwerk "polyfunktional" angelegt und beherbergte vor allem die hohe Verwaltung des Trajansforums, des letzten, größten und auch prächtigsten der Kaiserforen. Im Jahr 107 hatte der bekannte Architekt Apollodor von Damaskus im Auftrag von Kaiser Trajan den Bau des am besten erhaltenen Forums in Rom begonnen. Bauzeit: 36 Jahre. Ein Forum ist eine Platzanlage als politisches und soziales Zentrum.

Das Leben kommt zurück ins Gewölbe

"Diese außerordentlichen Räume werden weiterhin auf 360 Grad, also rundum, ein Ort der Kultur sein", formulierte Roms Kulturbeauftragter Silvio Di Francia. Über die Jahrhunderte waren die Trajansmärkte wie andere römische Bauwerke auch umgebaut und anderweitig genutzt worden, dienten Betuchten als "Schloss" und später als Kloster. Seit Ende des 20. Jahrhunderts wurde die Anlage mit dem Panoramablick auf die Antike für Ausstellungen und Kulturveranstaltungen genutzt. Jetzt auch technisch auf letztem Stand, kommt wieder Leben in die Gewölbe. (mit dpa)

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