Autobiografie : Rainer Langhans fühlt sich weichgespült

Der Alt-Achtundsechziger Rainer Langhans ist skeptisch gegenüber seiner Autobiografie "Ich bin's", die am Sonntag vorgestellt wurde. Er hatte sich von einem Verlag dazu überreden lassen, sein Manuskript sprachlich und inhaltlich anzupassen.

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Rainer Langhans mit einem Bildband über das Leben in der "Kommune 1". -Foto: dpa

München "Ich hab' da schon immer noch Fremdheitsgefühle", sagte Langhans (67) bei der Vorstellung des Buches, für das Gespräche mit ihm aufgezeichnet und bearbeitet wurden. In Sprache und Inhalt sei das Buch teilweise weichgespült und verharmlosend. "Ich spreche schon ein bisschen anders", meinte Langhans. Aber sein eigenes Manuskript von 500 Seiten sei offenbar nicht lesbar gewesen. Ihn interessiere mehr, dass sein Buch wirklich gelesen werde. "Wenn nur so transportiert werden kann, was mir wichtig war, dann geht es eben so und ich muss lernen, damit irgendwie zurechtzukommen."

Das Buch beruht auf Gesprächen, die Wolfgang Farkas vom Münchner Verlag Blumenbar im Sommer 2007 führte. Eigenheiten der mündlichen Rede seien teilweise belassen worden, erklärte der Verlag. Langhans schildert darin Kindheitserinnerungen ebenso wie seine Zeit in der Schule und bei der Bundeswehr. Breiten Raum nimmt die Zeit in der legendären Kommune 1 in Berlin ein, wo Langhans 1967 einzog und unter anderem mit Dieter Kunzelmann und Fritz Teufel zusammenlebte. Einblicke in den Alltag des sozialen Experiments gibt auch der neue Bildband "K 1 - Das Bilderbuch der Kommune", das Langhans mit Christa Ritter ebenfalls für den Blumenbar-Verlag zusammengestellt hat.

Inzwischen wohnt Langhans in einem spärlich möblierten Appartement im Münchner Stadtteil Schwabing. "Die Wohnung ist mein Exil", schreibt er in dem Buch. Mit den fünf Frauen seines berühmt-berüchtigten Harems lebt er nicht zusammen. "Die Frauen kommen hier nicht her, das ist ihnen dann doch zu karg." Sie seien allerdings alle in der Nähe und besuchten sich gegenseitig. Einsam sei er deshalb nicht, sagte Langhans am Sonntagabend. "Es ist doch ganz rege, was wir da untereinander laufen haben, auch viel Krieg übrigens." Seine Zeit alleine nutzt er gerne zur Meditation. "Um nach innen zu gehen, ist es manchmal auch gut, allein sein zu können". (ho/dpa)

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