Kultur : Bach-Archiv: Aus Kiew zurück nach Berlin

Das Bach-Archiv der Singakademie kehrt aus der Ukraine nach Berlin zurück. Die seit längerem verhandelte Rückgabe teilte Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen in Kiew mit. Diepgen hält sich in der ukrainischen Hauptstadt zu Gesprächen über wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit auf. Das rund 5200 Blatt umfassende Archiv war als Beutekunst in die damalige Sowjetunion verbracht worden und lagerte seither in Kiew. Erst im Juni 1999 war es dem Bach-Forscher Christoph Wolff gelungen, das Archiv im Magazin der Ukrainischen Nationalbibliothek zu identifizieren. Zwanzig Jahre lang hatte Wolff, der seit Jahren an der renommierten Harvard-Universität lehrt, nach dem Archiv geforscht, das unter anderem 400 Autographen von Carl Philipp Emanuel Bach enthält. Im Februar diesen Jahres konnte Wolff die Übermittlung von Mikrofilmen ankündigen, jetzt stehen die Originale selbst an: Bundeskanzler Schröder soll die Archivbestände bei einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Kutschma in Empfang nehmen. - Die Sing-Akademie war früher in dem gleichnamigen Gebäude hinter der Neuen Wache Unter den Linden zu Hause, das seit dem Wiederaufbau nach dem Krieg das Maxim-Gorki-Theater beherbergt.

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