Kultur : Bad Steben und das Höllental

GEORG WODRIG

Ein kurzer Besuch im FrankenwaldVON GEORG WODRIG

Wo Bayerns Berge nicht allzu hoch sind, geht es meist ruhig zu.Das gilt in Nordbayern für den Frankenwald, ein immer noch stilles Ferienland, das durch die Wende aus fast vergessener Randlage zu einem der neuen Mittelpunkte deutscher Geographie wurde.Diese "Beförderung" hat jedoch keinen Gästesturm ausgelöst; er ist auch nicht zu befürchten, denn das relativ kleine Unterkunftsangebot reguliert schon den Betrieb in den Wäldern und Tälern dieser Landschaft.So begegnet man auf den rund 3000 Kilometern Wanderwegen auch nur wenigen Wanderern.Wir wählen das von mittelalterlicher Romantik geprägte Kronach als Eingangstor und zur Einstimmung auf das waldige Bergland.Hinter der hübschen Häuserfront an der Haßlach ragt die gotische Stadtpfarrkirche St.Johannis auf, daneben die Annakapelle, ehemalige Schulhäuser und das Pfarrhaus, einstmals Napoleons Hauptquartier, sowie der Rosenturm.Ein Bauensemble, das überleitet zur weitgehend denkmalgeschützten Oberstadt mit dem Alten Rathaus und vielen gepflegten Bürgerhäusern.In einem davon, dem Haus "Zum Scharfen Eck", wurde Lucas Cranach der Ältere 1472 geboren, der größte Sohn der Stadt.Als Krönung der mittelalterlichen Szene Kronachs steht über allem die Festung Rosenberg mit dicken Mauern, Türmen und Toren, heute Sitz des Frankenwaldmuseums und der Fränkischen Galerie, in der Lucas Cranach mit mehreren Werken vertreten ist.Sehenswert sind noch die Klosterkirche und das Steinmetz- und Bildhauermuseum.Rund um Kronach gibt es etliche schöne Ausflüge, etwa zum Wasserschloß Mitwitz, nach Banz und zur Basilika Vierzehnheiligen, nach Stockheim zum Bergbau-Rundwanderweg und - eine ganz besondere sommerliche Gaudi - zur Flößerfahrt auf der Rodach von Wallenfels nach Marktrodach.Wanderer haben 120 Kilometer markierter Wege und geführte Touren; für Radwanderer beginnen hier mehrere Rundfahrten und Touren zu Zielen an der Burgen- und Bierstraße.Konditionsstarken Radlern bietet der Frankenwald noch die Große Frankenwald-Rundfahrt über 172 Kilometer und den Saale-Radwanderweg von der Quelle in Oberfranken bis zur Elbe.Leihfahrräder gibt es in fast jedem Ferienort.Nördlich von Kronach wird die Besiedlung dünner.Kleine Dörfchen ducken sich unter waldigen Hügeln.Da bieten Teuschnitz und Tschirn Wanderern schöne Waldwege bis hin zum Stausee Mauthaus.Am Rennsteig und mit gutem Zugang zur riesigen Burg Lauenstein und zur Thüringer Warte liegt Steinbach, sehr gepflegt und mit einem Freizeitzentrum mit Hallenbad, Kegelbahn, Tennisplätzen und Minigolfanlage.Weitere gute Übergänge nach Thüringen und zum Rennsteig bietet das Loquitztal, in dem die preiswerten Sommerfrischen Lauenstein, Ludwigsstadt, Ebersdorf und Lauenhain liegen.Mitten in dieser Waldlandschaft und fernab von störendem Durchgangsverkehr liegt der wohl bekannteste Ort des Frankenwaldes: Bad Steben.Zur klassischen Moortherapie mit Bädern und Packungen zur Behandlung von Herzleiden, Rheuma und zur Rekonvaleszenz gehört ein schöner, weitläufiger Kurpark.Hier macht man Ausflüge ins Höllental, zum Ritterstädtchen Lichtenberg und ins thüringische Saalburg mit Schiffsfahrten auf der Saale und dem Stausee.Neben preisgünstigen Pauschalkuren im Frühjahr und Herbst werden in Bad Steben Gesundheitspakete für Wochenenden und eine oder zwei Wochen angeboten.Südlich davon dehnt sich der Naturpark Frankenwald aus.Im Steinachtal, 650 Meter hoch, versteckt sich das gemütliche Presseck, wo ein zwanzig Kilometer langer Mühlenweg unter anderem durch die romantische Steinachklamm beginnt.Klein, aber voller Leben ist Stadtsteinach, überragt von der großen Pfarrkirche und von Wäldern umrahmt.Viel Sport und Unterhaltung bietet Wirsberg, an dessen historischem Marktplatz ein sehenswertes Rathaus steht, und dessen "bestes Stück" das Cranach-Gemälde "Die zehn Gebote" in der Johanniskirche zu bewundern ist. Auskunft: Tourist Information Frankenwald, Adolf-Kolping-Straße 1, 96302 Kronach; Telefon: 092 61 / 601 50.

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