Kultur : Bänke aus Licht

Auch Washington plant ein Memorial für den 11.September

Anna Schwan

Während New York sich über theatralisch-futuristische Pläne von Daniel Libeskind freut, gibt sich das Pentagon in Washington schlicht und volksnah. Eineinhalb Jahre nach dem 11. September steht nun auch hier das Design für eine Gedenkstätte fest. 184 Lichtbänke aus Aluminium sollen es sein, arrangiert in zwei Reihen unter einem Hain aus Ahornbäumen. Anordnung und Anzahl sind symbolisch: Die Ausrichtung der Reihen in Richtung der Westfassade des Pentagon folgt exakt der Einflugschneise der American Airlines 77, die 184 Menschen in den Tod gerissen hatte. „Gedenkeinheiten“ nennen die Architekten Julie Beckman und Keith Kaseman aus New York ihre Bänke, die durch kleine Halogen-beleuchtete Wasserbassins wie metallen erstarrte Surfboards erscheinen. Jede von ihnen trägt Namen und Geburtsdatum eines der Opfer – von der dreijährigen Dana Falkenberg bis zum 71-jährigen John Yamnicky. Einweihungsdatum für das Memorial ist der 11. September 2004.

Eine elfköpfige Jury aus Architekten, Designprofessoren, Angehörigen und den ExVerteidigungsministern Harold Brown und Melvin Laird entschied sich für das Projekt. Der Vorschlag der beiden Absolventen der Columbia Universität, der bis zu 7 Millionen Dollar kosten soll, ist angenehm schlicht ausgefallen für diese Größenordnung: eine Stätte der Stille und des Friedens. Ein seltsamer Gegensatz zum Gebäude des Pentagon, dem Schaltzentrum der amerikanischen Kriegsmaschinerie.

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