Kultur : Balkan-Konflikt: Die Schwarzhemden vom Presevo-Tal

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Die Rebellen in den schwarzen Uniformen haben erst gerade mit einer pompösen Truppenparade ihr einjähriges Jubiläum gefeiert. Im Januar 2000 war die kleine Gruppe mit dem ominösen Namen "Befreiungsarmee für Presevo, Medvedja, Bujanovac" (UCPMB) im kleinen Dorf Dobrosin erstmals in Erscheinung getreten. Der Name ist Programm: Die Truppe will die drei mehrheitlich albanischen Gemeinden im südserbischen Presevotal "befreien" und dem Kosovo anschließen.

Die UCPMB nutzt die fünf Kilometer breite Pufferzone entlang der administrativen Grenze zum Kosovo als sicheres Aufmarschgebiet. Die Nato hatte Belgrad am Ende des Luftkrieges vor eineinhalb Jahren gezwungen, den Landstreifen zu entmilitarisieren. Auf der kosovarischen Seite der Grenze versuchen zwar amerikanische und russische Soldaten der Kosovo-Friedenstruppe (Kfor), den Schwarzhemden den Nachschub abzuschneiden. UCPMB-Kommandant Shefket Musliu rühmte sich jedoch erst kürzlich gegenüber Journalisten, dass er ohne Probleme Waffen beliebiger Art bei korrupten serbischen Offizieren einkaufen könne.

Die Männer, ursprünglich vor allem arbeitslose Veteranen aus dem Kosovokrieg, wirkten vor einem Jahr noch wie Desperados. Heute sorgt die auf knapp tausend Mann angewachsene Truppe sogar im Nato-Hauptquartier in Brüssel für Kopfzerbrechen. Die UCPMB ist im Presevotal eindeutig zu einem Machtfaktor geworden - der nicht vernachlässigt werden kann.

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