Kultur : Ballermänner

Mit „Irgendwann in Mexico“ endet die El-Mariachi-Trilogie

Silvia Hallensleben

Vor nunmehr elf Jahren hatte ein junger und bis dahin namenloser texanischer Filmbuff nicht ganz unverhofft einen Art-House-Treffer gelandet. Robert Rodriguez‘ „El Mariachi“ wurde mit seinem Budget von nur siebentausend Dollar eine No-Budget-Geldmaschine wie Jahre vorher „Easy Rider“ und später „The Blair Witch Project“. Jetzt, ein Fast-Sequel („Desperado“), einiges hartgekochtes Filmgemüse und drei Hollywood-Kinderfilme („Spy Kids“ 1 bis 3) später, wollen der Regisseur und seine Produktionsfirma Columbia die mythischen Anfänge mit Wucht wiederbeleben. Die Columbia stellte neben „El Mariachi“ Antonio Banderas andere namhafte Darsteller wie Johnny Depp und Salma Hayek zur Verfügung und ein Budget, das für Hollywood-Maßstäbe klein, doch für einen Rodriguez reichlich war.

So entstand in nur sieben Drehwochen „Once Upon a Time in Mexico“, ein Film, der die Mariachi-Legende „in epischer Weise“ wiederbeleben sollte. Doch was heißt schon episch für jemanden, der die Welt als aufgeblasenen Comic-Strip sieht? Ein bisschen mehr pusten, vielleicht. Das Ergebnis jedenfalls, von Rodriguez selbst dirigiert, produziert, fotografiert, geschnitten und komponiert, ist trotz des Staraufgebots für erwachsene Zuschauer fast ungenießbare Kost. Der zusammengestoppelte Plot um einen Umsturzversuch, Drogenbosse und abtrünnige CIA-Agenten wird durch eine durchgeknallte Schnitttechnik bis zur Sinnlosigkeit zerstückelt. Die blutrünstigen Gags scheinen alle schon mehrfach recycelt. Und die Stunts haben wir in Hongkongfilmen viel eleganter gesehen. Salma Hayek hat sowieso nur eine Gastrolle. Doch zu allem Überfluss verschwindet auch Willem Dafoe nach zwei Dritteln des Films unter einem Gesichtsverband. Doch der hätte die Chose wohl auch nicht mehr retten können.

In 22 Berliner Kinos, OV im Cinemaxx Potsdamer Platz und im Cinestar Sony-Center

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