Kultur : Balzac

Am 11. September wäre er 100 Jahre alt geworden. Bis dahin zitieren wir täglich Theodor W. Adorno

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Zuweilen aber treffen die kompensatorischen Phantasien des Weltfremden die Welt genauer denn der Realist, als den man ihn pries. Die Entfremdung, die ihn zum Schreiben veranlasste, wie wenn jeder Satz der emsigen Feder eine Brücke ins Unbekannte schlüge, ist selber das geheime Wesen, das er erraten möchte. Was die Menschen voneinander reißt und sie dem Dichter fernrückt, hält auch die Bewegung der Gesellschaft in Gang, deren Rhythmus Balzacs Romane nachahmen.

Aus: Noten zur Literatur II. 1961. BalzacLektüre. In: Theodor W. Adorno, Gesammelte Schriften. Hg. von Rolf Tiedemann unter Mitwirkung von Gretel Adorno, Susan Buck-Morss und Klaus Schultz. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, 1997. Band 11

WAS ADORNO SAGT (19)

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