Kultur : Barenboim dirgiert israelisch-arabisches Jugendorchester

NAME

Als Beitrag zum Friedensprozess im Nahen Osten dirigiert Daniel Barenboim Anfang September erstmals in Berlin das von ihm mitgegründete israelisch-arabische Jugendorchester. „Als Musiker und Kulturschaffende können wir nicht warten, bis sich die Politiker einigen, wir müssen selber aktiv werden“, sagte der Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden im Gespräch mit dpa. Der vom israelischen Dirigenten und dem palästinensischen Historiker Edward Said 1999 gegründete „West-Östliche-Diwan“ wird bei der festlichen Spielzeiteröffnung in der Lindenoper am 1. September unter anderem Beethovens „Leonoren-Ouvertüre“ und seine Fünfte Sinfonie spielen.

„Für den Konflikt im Nahen Osten gibt es keine militärische Lösung, weder für Palästinenser noch für Israelis“, betonte Barenboim. Nur wenn vor Unterzeichnung eines Friedensvertrages menschliche und kulturelle Kontakte zwischen beiden Völkern bestehen, gebe es Aussicht auf ein friedliches Zusammenleben. Die etwa 80 jungen Musiker, je zur Hälfte Araber und Israelis, könnten angesichts der gespannten politischen Lage im Nahen Osten nur mit großem persönlichen Engagement an den Proben und der Konzertreise teilnehmen, sagte Barenboim in Sevilla, wo das Orchester zusammen mit Mitgliedern der Staatskapelle Berlin zu einer dreiwöchigen Probezeit zusammengekommen ist.

„Dieses Orchester wird nicht den Nahost-Konflikt lösen, aber das gemeinsame Musizieren hat unser aller Leben verändert“, sagte Barenboim. In Berlin steht neben den Werken Beethovens das Mozart-Konzert für drei Klaviere auf dem Programm. Am 30. August wird das Orchester auf dem Schleswig-Holstein- Musikfestival in Lübeck spielen, nach dem Berliner Konzert folgt ein Auftritt am 2. September in Strassburg. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar