Kultur : Barenboim: „Marshallplan“ für Gaza

Der Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper, Daniel Barenboim, hat einen „Marshallplan“ zum Wiederaufbau des Gaza-Streifens vorgeschlagen. Deutschland sollte „gerade wegen seiner schwierigen Geschichte“ eine führende Position bei der Gemeinschaftsaktion übernehmen, sagte der Musiker gestern Abend anlässlich der Verleihung der Moses-Mendelssohn-Medaille. Deutschland sollte lernen, „mit seinen Schuldgefühlen anders umzugehen“ und im Zeichen der Wiedergutmachung „dem jüdischen Volk helfen, mit den Palästinensern zurechtzukommen“, sagte Barenboim. Die einzige Lösung des Nahost-Konflikts sei die gegenseitige Akzeptanz beider Parteien, sagte Barenboim. „Dies muss das Ende der israelischen Besetzung, den Abbau der illegalen Siedlungen auf palästinensischem Land und das Ende aller Gewalt bedeuten.“ Mit dem Namen des Philosophen Moses Mendelssohn (1729- 1786) verbinde sich ein jüdisch geprägter Universalismus, „dessen Ideen mir sehr nahe stehen“. Das Moses-Mendelssohn-Zentrum der Universität Potsdam würdigt Barenboim für seinen Einsatz für Toleranz, Völkerverständigung und ein friedliches Miteinander in Europa und im Nahen Osten. Zu den bisherigen Preisträgern zählen Ignatz Bubis (1994), Kurt Biedenkopf (1998) und Charlotte Knobloch (2008). dpa

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