Kultur : Bastei Lübbe übernimmt Eichborn-Verlag

Nun wird der insolvente Eichborn-Verlag in letzter Minute wohl doch noch gerettet. Stefan Lübbe, Alleingesellschafter der Kölner Verlagsgruppe Lübbe, hat nach Informationen des Branchenmagazins „Buchmarkt“ den Zuschlag erhalten, das Frankfurter Unternehmen erwerben zu können – allerdings ohne die Reihen Andere Bibliothek und Motomania. Weder die von Hans Magnus Enzensberger begründete hochliterarische Bibliothek noch die Comicserie für Biker passen ins Profil des neuen Verlags, bei dem unter anderem Bestsellerautoren wie Dan Brown, Ken Follett und Andreas Eschbach erscheinen. Der Vertrag, der den Umzug nach Köln einschließt, wird frühestens nächste Woche unterschrieben. Persönliche Gespräche mit den verbliebenen Mitarbeitern – 13 der zuletzt 32 Eichborn-Angestellten war dpa zufolge erst vor wenigen Tagen zum Jahresende gekündigt worden – sollen nach Allerheiligen geführt werden. Die Absicht, zumindest einige der bisherigen Mitarbeiter übernehmen zu wollen, soll den Gläubigerausschuss bewogen haben, seine Zustimmung zur Übernahme zu geben.

Entscheidend vermittelt hat bei der Aktion dem Vernehmen nach Bodo Horn-Rumold, Mitglied der Geschäftsführung von Bastei Lübbe und Chef des auf Kinder- und Jugendbücher spezialisierten Baumhaus-Verlags. Horn-Rumold, vor vielen Jahren Marketing- und Vertriebsleiter bei Eichborn und Holger Lessing, der jetzige Insolvenzverwalter von Eichborn, kennen sich aus früherer Zusammenarbeit. Ob aus der ökonomischen Rettung auch eine programmatische wird, muss sich zeigen. In der Zwischenzeit wird es darum gehen, die Schätze der Anderen Bibliothek bei einem genuin literarisch orientierten Verlag unterzubringen. Nach dem Drama um das Hauptprogramm sollte das eine Kleinigkeit sein. dotz

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